In der Ostukraine hat eine für Schuljahresbeginn vereinbarte Waffenruhe zwischen Regierungssoldaten und prorussischen Separatisten keinen Bestand. Wie Alexander Hug, Vizechef der OSZE-Mission, mitteilte, hätten die Beobachter seit Mitternacht mehr als 70 Verstöße der Feuerpause festgestellt. Er forderte eine sofortige Einstellung der Kämpfe.

Die vereinbarte Feuerpause um kurz nach Mitternacht Ortszeit zwischen den Regierungssoldaten und den Separatisten sei sofort gebrochen worden, bestätigten die OSZE und die ukrainische Armee. Positionen der Regierungseinheiten nordöstlich der Hafenstadt Mariupol seien in der Nacht mehrfach mit Maschinengewehren beschossen worden, teilte Armeesprecherin Viktoria Daniltschuk in Kiew mit. Schwere Waffen seien nicht eingesetzt worden.

Laut OSZE wurden allein 2018 mehr als 30 Zivilisten getötet

Erst in der vergangenen Woche hatten sich die Konfliktparteien unter Vermittlung der OSZE auf eine Waffenruhe geeinigt, um einen normalen Schulstart am 1. September gewährleisten zu können. Diese sollte seit der Nacht auf Mittwoch gelten. Wie die Separatisten mitteilten, wurde in Luhansk seit Mitternacht nicht mehr gekämpft. Die Donezker Aufständischen hingegen warfen der Regierungsseite vor, mit Maschinengewehren in der Nähe der Stadt Horliwka beschossen worden zu sein.

Bereits vor Inkrafttreten gab es kaum Hoffnung, dass die Feuerpause diesmal halten wird. In den vergangenen Jahren seit Beginn des Krieges hatten die Konfliktparteien zu Schulbeginn, Ostern oder Weihnachten ebenfalls Waffenruhen vereinbart. Diese scheiterten jedoch bereits nach kurzer Zeit.

In der Ostukraine kämpfen seit 2014 prorussische Separatisten gegen Regierungstruppen. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind seit Beginn des Krieges mehr als 10.000 Menschen getötet worden. Seit Anfang des Jahres zählen die Regierungstruppen 70 Tote und mehr als 400 Verwundete. Der OSZE zufolge wurden zudem mehr als 30 Zivilisten getötet und 130 verletzt. Unter Vermittlung Frankreichs und Deutschlands handelten Russland und die Ukraine 2015 in Minsk einen Friedensplan aus. Allerdings wird in der Ostukraine bis heute gekämpft.

Erst Anfang Juni begannen die Außenminister der vier Staaten, wieder Gespräche für eine Lösung des Konflikts aufzunehmen.