Der österreichische FPÖ-Politiker Udo Landbauer hat nach seinem Rücktritt im Februar angekündigt, in die Politik zurückzukehren. Die Staatsanwaltschaft stellte sämtliche Ermittlungsverfahren ein, in die der 32-Jährige verwickelt war. Kurz vor der Landtagswahl in Niederösterreich war er wegen eines antisemitischen Liederbuchs seiner Burschenschaft in die Kritik geraten. Nach eigenen Angaben wird Landbauer nun Fraktionsgeschäftsführer der FPÖ im Landtag von Niederösterreich. Führende Politiker der rechten FPÖ, darunter auch Parteichef Heinz-Christian Strache, hatten sich für sein Comeback ausgesprochen.

Im vergangenen Januar war ein Liederbuch der Pennalen Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt aufgetaucht, in dessen Texten die NS-Zeit verherrlicht und zur Ermordung von Juden aufgerufen wurde. In einem der Lieder heißt es laut einem Medienbericht: "Da trat in ihre Mitte der Jude Ben Gurion: 'Gebt Gas, ihr alten Germanen, wir schaffen die siebte Million.'" Während der Schoah wurden sechs Millionen Juden ermordet, Ben Gurion war der Staatsgründer und erste Regierungschef Israels.

Der damalige FPÖ-Spitzenkandidat Landbauer war viele Jahre lang Mitglied dieser Burschenschaft, zwischenzeitlich sogar ihr Vizepräsident. Mit der Enthüllung kam der Verdacht auf, dass es in der FPÖ weiterhin antisemitische Tendenzen gebe. Die Parteispitze hatte das abgestritten. Landbauer war nach dem Skandal von allen politischen Ämtern zurückgetreten.

Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst gegen unbekannt und später gegen vier Personen ermittelt. Landbauer wurde in diesen Verfahren als Zeuge vernommen. Gegen ihn lag zudem eine Anzeige der Israelitischen Kultusgemeinde vor. Die Staatsanwaltschaft sieht von einem entsprechenden Ermittlungsverfahren jedoch ab.