Die UN werfen Einsatzkräften in Mali vor, Zivilisten getötet zu haben. Ein für den Sicherheitsrat verfasster Bericht dokumentiert drei mutmaßliche Angriffe auf Unbewaffnete. Dabei soll es zu einer "beunruhigenden Wiederholung von Menschenrechtsverletzungen" durch malische Einsatzkräfte im Rahmen von "Einsätzen gegen Terroristen" gekommen sein.

So seien bei einer Attacke von Regierungstruppen auf einen Viehmarkt im Mai zwölf Zivilisten getötet worden. Malis Regierung hatte den Vorfall zunächst als "Werk von Terroristen" bezeichnet, diese Aussage aber widerrufen, nachdem sich Angehörige der Toten empört hatten.

Weiterhin erwähnt der Bericht die Ermittlungen des Stabilisierungseinsatzes der UN in Mali (Minusma) über eine mutmaßliche Massenhinrichtung. Dabei seien 44 Menschen getötet und drei weitere verschleppt worden.

Zudem verweist der Bericht auf mehrere Massengräber, die zwischen Februar und Juli entdeckt wurden. So wurden etwa im Juni drei Massengräber von 25 Zivilisten gefunden, die zuvor in ihren Häusern festgenommen worden waren. Untersuchungen, die die Regierung in Bamako einleitete, blieben für mutmaßlich beteiligte Soldaten bislang folgenlos.

Zugleich prangert der Bericht mit Blick auf den von dschihadistischen Kämpfern beherrschten Norden des Landes Menschenrechtsverletzungen an. Im Norden Malis seien seit Februar "zahlreiche Zivilisten bei terroristischen Attacken getötet worden".

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich hatte im Januar 2013 militärisch in Mali eingegriffen. Damit wollte sie das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden des Landes stoppen und die geschwächten Regierungstruppen unterstützen. Die UN hatten im selben Jahr eine Blauhelmmission nach Mali entsandt. Auch die Bundeswehr beteiligt sich mit mehr als tausend Soldaten an den Mali-Einsätzen der UN und der EU.