Die italienische Regierung will nicht mehr allein für die Flüchtlinge auf den Schiffen der EU-Mission Sophia verantwortlich sein. Verteidigungsministerin Elisabetta Trenta wird nach Regierungsangaben bei einem Treffen ihrer EU-Kollegen vorschlagen, dass die Schiffe in Zukunft abwechselnd Häfen verschiedener Ländern anlaufen. Die EU sei am Zug, schrieb die Ministerin am Mittwoch bei Facebook. Die EU-Verteidigungsminister treffen sich am heutigen Donnerstag in Wien, um über die Zukunft der Mittelmeermission Sophia zu beraten.

Die Mission ist seit Juni 2015 mit Schiffen, Flugzeugen und Hubschraubern im Mittelmeer zwischen Italien und Libyen im Einsatz. Sie war geschaffen worden, nachdem 700 Flüchtlinge im Mittelmeer bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen waren. Geführt wird der Einsatz vom italienischen Konteradmiral Enrico Credendino in Rom. Das aktuelle Mandat der Mission läuft noch bis zum 31. Dezember 2018. Die EU-Verteidigungsminister treffen sich heute in Wien, um über die Zukunft der Mittelmeermission Sophia zu beraten.

Die Idee, Rettungsschiffe mit Geflüchteten auf verschiedene Länder zu verteilen ist nicht neu. Der Auswärtige Dienst der EU hatte vor Kurzem auf Druck von Rom hin bereits Änderungen an den Einsatzregeln der Operation Sophia vorgeschlagen. Nach Angaben aus EU-Kreisen wird in dem vorgelegten Papier empfohlen, gerettete Migrantinnen und Migranten in Zukunft nicht mehr nur  in Italien an Land zu bringen. Zudem sollen im Idealfall alle am Einsatz beteiligten Staaten Gerettete aufnehmen. Dazu solle es auf Basis von freiwilliger Solidarität eine Umverteilung geben.