Für den Schutz palästinensischer Zivilisten hat UN-Generalsekretär António Guterres den Einsatz einer bewaffneten Militär- oder Polizeieinheit unter einem Mandat der Vereinten Nationen vorgeschlagen. Ebenfalls möglich seien zivile Beobachter und eine verstärkte UN-Präsenz, schrieb Guterres in einem Bericht der Vereinten Nationen. Außerdem sollen die humanitäre und die Entwicklungshilfe der Vereinten Nationen verstärkt werden.

Guterres wies darauf hin, dass jede der genannten Optionen eine Zusammenarbeit zwischen Israel und den Palästinensern voraussetze. Es gilt allerdings als unwahrscheinlich, dass Israel den Vorschlägen zustimmen würde. Eine UN-Schutztruppe würde zudem die Zustimmung des UN-Sicherheitsrates benötigen. Dort könnten die USA als engster Verbündeter Israels ihr Vetorecht einsetzen.

Der Bericht, in dem Guterres die Möglichkeiten aufführt, war von der UN-Vollversammlung nach den jüngsten gewalttätigen Auseinandersetzungen an der Grenze zum Gazastreifen angefordert worden. Seit Ende März kommt es dort an der Grenze zu Israel immer wieder zu Angriffen der Palästinenser, auf die die israelische Armee mit Gewalt reagiert. Mindestens 171 Palästinenser und ein israelischer Soldat wurden getötet. Vor einer Woche trat eine Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas-Bewegung in Kraft. Dennoch gingen die Proteste und Angriffe der Palästinenser weiter.

1994 wurde eine kleine mit europäischen Kräften besetzte Beobachtermission in der Stadt Hebron im Westjordanland eingerichtet. Seither lehnt Israel jedoch jede internationale Präsenz an neuralgischen Punkten ab.