Im Prozess um den ehemaligen Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, hat die Staatsanwaltschaft ihr Schlussplädoyer gehalten. Sie warf dem Angeklagten Gier und Betrug vor. Wenn die Geschworenen der Spur von Manaforts Geld folgten, fänden sie lauter Lügen, sagte Staatsanwalt Greg Andres vor dem Bundesgericht in Alexandria im Bundesstaat Virginia.

Das "Lügengespinst" habe Manafort errichtet, um die Millioneneinnahmen aus seiner Beratertätigkeit für russlandfreundliche Politiker in der Ukraine zwischen 2005 und 2014 zu verbergen. Laut dem Staatsanwalt sei es das Ziel Manaforts gewesen, stets über ausreichend Geld zu verfügen, um seinen luxuriösen Lebensstil beibehalten zu können.

Bereits im Eröffnungsstatement hatte ihm die Staatsanwaltschaft Lügen vorgeworfen. In dem seit 31. Juli laufenden Prozess versucht die Staatsanwaltschaft zu beweisen, dass Manafort seine Einnahmen auf 31 ausländischen Banken, insbesondere in Zypern, vor den Steuerbehörden verborgen hat. Zudem soll er später Bankbetrug begangen haben. Manafort erhielt mehrere Millionen Dollar für seine Beratertätigkeiten für ukrainische Politiker.

Manaforts langjähriger Geschäftspartner Rick Gates ist Kronzeuge

Staatsanwalt Andres stützt sich auch auf die Aussagen des wichtigsten Zeugen der Anklage, Manaforts langjährigen Geschäftspartner Rick Gates. Dieser hatte unter anderem gesagt, er habe Manafort dabei geholfen, falsche Steuererklärungen einzureichen und die Existenz ausländischer Bankkonten geheim zu halten. Zudem verwies er auf die Angaben anderer Zeugen und die vorgelegten Beweismittel, die Manaforts Schuld in allen 18 Anklagepunkten beweisen würden.

Manaforts Anwalt Richard Westling sagte, sein Mandant habe mit einem Team von Spezialisten zusammengearbeitet, was zeige, dass er nicht versucht habe, etwas zu verbergen. Demnach zeigen die gegen den Angeklagten vorgebrachten Beweise nicht das ganze Bild. Die Verteidigung hatte im Prozess versucht, die Schuld an Manaforts finanziellem Fehlverhalten dem früheren Geschäftspartner Gates zuzuweisen.

Urteil könnte schon am Ende der Woche fallen

Der Prozess gegen Manafort ist der erste, der aus den Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller hervorgegangen ist. Mueller untersucht, ob Trumps Wahlkampfteam während des Wahlkampfes 2016 mit Russland zusammengearbeitet hat. Der US-Präsident hat die Ermittlungen wiederholt als politische "Hexenjagd" kritisiert.

Im Zentrum des Verfahrens gegen Manafort standen aber dessen Berateraktivitäten in der Ukraine zwischen 2010 und 2014 und nicht seine Tätigkeit als Trumps Wahlkampfchef im Jahr 2016. Der Prozess ging schneller zu Ende als gedacht, da Manafort weder vor Gericht aussagen wollte, noch Zeugen der Verteidigung benannte. Er selbst sitzt derzeit in Untersuchungshaft, da er versucht haben soll, Zeugen zu beeinflussen.

Bundesrichter T. S. Ellis übergibt den Fall jetzt der Jury zur Entscheidung. Ein Urteil könnte bis Ende der Woche fallen.