US-Außenminister Mike Pompeo hat Russland dazu aufgefordert, den inhaftierten ukrainischen Filmemacher Oleh Senzow sofort freizulassen. Das habe Pompeo seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in einem Telefongespräch mitgeteilt, sagte Ministeriumssprecherin Heather Nauert. Pompeo habe Lawrow gegenüber auch seine Sorgen über Senzows Gesundheit geäußert und die Freilassung aller ukrainischen politischen Gefangenen verlangt.

Seit mehr als 100 Tagen befindet sich Senzow im Hungerstreik. Er will erst wieder Nahrung zu sich nehmen, wenn Russland alle ukrainischen politischen Gefangenen freilässt. Nach Angaben seiner Cousine befindet sich Senzow, der in einer Strafkolonie in Sibirien festgehalten wird, mittlerweile in Lebensgefahr. Russland wies die Darstellung zurück. Eine Ombudsfrau des Kreml sagte, eine Gruppe von Ärzten habe festgestellt, dass Senzwos Zustand zufriedenstellend sei.

Der Filmemacher war im Mai 2014 auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim festgenommen worden. Die Behörden warfen ihm vor, Brandanschläge organisiert zu haben. Der Aktivist und Dokumentarfilmer wies dies zurück, wurde aber im August 2015 zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Gespräche über Idlib

Pompeo habe mit Lawrow auch über die Situation in Syrien gesprochen, teilte Ministeriumssprecherin Nauert weiter mit. Insbesondere hätten sie über die militärischen Aktivitäten in der Provinz Idlib diskutiert. Idlib ist die letzte noch von Aufständischen kontrollierte Provinz in Syrien. 

Syriens Machthabers Baschar al-Assad hat Truppen am Rande der Region zusammengezogen und versucht nun, die Infrastruktur mittels Luftangriffen zu zerstören. Die USA, Frankreich und Großbritannien warnten Assad am Mittwoch vor dem Einsatz von Chemiewaffen. Russland unterstützt Assad zusammen mit dem Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz.