Der simbabwische Oppositionspolitiker Tendai Biti ist aus Sambia in sein Heimatland abgeschoben worden. Die sambischen Behörden hätten Biti in Simbabwe an die Polizei übergeben, teilten seine Anwälte mit. Biti war am Mittwoch nach Sambia geflohen und hatte dort Asyl beantragt. In Simbabwe droht ihm eine Anklage, die Regierung wirft ihm vor, nach der Präsidentenwahl zu Gewalt aufgerufen zu haben.

Bitis Anwalt Gilbert Phiri sagte, Sambia verstoße mit der Abschiebung gegen lokale und internationale Gesetze. Das Asylgesuch sei zwar abgewiesen worden, aber die Anwälte hätten die Entscheidung angefochten. Laut der gerichtlichen Anordnung hätte der Politiker bis zu einer Anhörung im Land bleiben dürfen.

Die sambische Regierungssprecherin Dora Siliya sagte, die Anordnung sei erst eingegangen, nachdem Biti bereits an die Polizei übergeben worden sei. Die Behörden hätten das Asylgesuch abgelehnt, weil in Simbabwe "Recht und Ordnung nicht zusammengebrochen" seien. Das Leben der simbabwischen Bürger sei "nicht bedroht".

Das UN-Flüchtlingshilfswerk rief die sambischen Behörden dazu auf, den Fall dringlichst zu prüfen. Eine gewaltsame Rückkehr sei ein "ernster Verstoß gegen das internationale Flüchtlingsrecht". Auch der bei der Präsidentschaftswahl in Simbabwe unterlegene MDC-Chef Nelson Chamisa zeigte sich "äußerst besorgt" über die Auslieferung.

Die simbabwische Polizei hatte angekündigt, Biti in Verbindung mit den Demonstrationen nach der Präsidentenwahl in der vergangenen Woche zu befragen. Bei Zusammenstößen zwischen Militär und Demonstranten wurden sechs Menschen getötet. Simbabwes Regierung wirft mehreren Oppositionellen vor, Demonstranten zu Gewalt angestachelt zu haben.

Biti ist einer der bekanntesten Vertreter der oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC). Die Partei wirft Präsident Emmerson Mnangagwa Wahlbetrug vor. Mnangagwa wurde bei der ersten Präsidentenwahl nach der knapp 40 Jahre langen Amtszeit von Robert Mugabe mit 50,8 Prozent knapp wiedergewählt. Sein Gegenkandidat Nelson Chamisa warf ihm Wahlbetrug vor.