Eine Firma aus Texas hat begonnen, Baupläne für Schusswaffen aus Plastik zu verkaufen. Die Vorlagen seien seit dem Morgen über die Webseite des Unternehmens erhältlich, teilte der Chef der Firma Defense Distributed, Cody Wilson, mit. Er habe bereits fast 400 Bestellungen bekommen. Einmal ausgedruckt funktionieren die Waffen wie herkömmliche Modelle, können aber nicht von Metalldetektoren erkannt werden. Interessenten sollten selbst einen Preis nennen, er verkaufe sie auch für einen Cent.

Mit der Ankündigung ignorierte Wilson eine einstweilige Verfügung gegen sein Unternehmen. Ein Bezirksrichter hatte Defense Distributed verboten, die Waffenbaupläne ins Internet zu stellen. Der Richter folgte den Einsprüchen von 19 US-Staaten und des Hauptstadtbezirks District of Columbia. Diese hatten argumentiert, von Detektoren nicht erkennbare Schusswaffen aus Plastik seien ein Sicherheitsrisiko, weil sie von Kriminellen oder Terroristen genutzt werden könnten. Der Richter teilte allerdings nicht mit, ob auch der Verkauf der Baupläne verboten ist.

Genau diese Lücke nutzt Wilson aus. Die Vorlagen für die Waffen könnten von seiner Webseite aus auf einen USB-Stick geladen werden oder per Post, E-Mail oder über einen anderen sicheren Download an Käuferinnen und Käufer weitergegeben werden, erklärte er. Einige erste Käufer hätten mit Kryptowährung gezahlt. Mit Blick auf die Entscheidung des Richters sagte Wilson, die Baupläne dürften lediglich nicht auf Plattformen hochgeladen werden. "Ich folge den Anweisungen von gestern, die mich zum Verkauf der Daten anhalten." Der Richter sei sehr gnädig gewesen, das schwarz auf weiß festzuhalten.

Der Justizminister des Staates Washington, Bob Ferguson, nannte Wilsons Vorgehen ungesetzlich. Er gehe davon aus, dass die US-Bundesregierung einschreite. "Wenn sie das nicht tut, wird Präsident (Donald) Trump für jeden verantwortlich sein, der durch diese Waffen verletzt oder getötet wird."

Das US-Außenministerium hatte die Freigabe der Pläne im Internet gestattet, nachdem die Behörden diese von einer Liste mit Waffen und Daten entfernt hatten, die nicht exportiert werden dürfen.

Wilson selbst sagte, er gehe davon aus, dass die US-Staaten ihn vom Verkauf der Vorlagen abhalten wollten. Er sammle aber Geld für seine juristische Verteidigung.