Simbabwes Opposition geht juristisch gegen den Wahlsieg von Präsident Emmerson Mnangagwa vor. Die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) legte beim Verfassungsgericht Einspruch gegen das Ergebnis ein. Die MDC fordert eine Neuwahl oder die Erklärung, dass ihr Kandidat Nelson Chamisa die Wahl gewonnen habe.

Eine MDC-Delegation brachte die entsprechenden Unterlagen in das Gerichtsgebäude in der Hauptstadt Harare."Wir werden uns erst ausruhen, wenn dieses Land frei ist", sagte der ehemalige Abgeordnete Jameson Timba. Chamisa hatte bereits vor einer Woche angekündigt, die Wahlergebnisse anfechten zu wollen.

Die Wahlkommission hatte Präsident Mnangagwa mit 50,8 Prozent der Stimmen zum Wahlsieger erklärt. Sein Herausforderer Chamisa erreichte demnach 44,3 Prozent. Bei der gleichzeitig stattfindenden Parlamentswahl holte die Regierungspartei Zanu-PF die absolute Mehrheit. Das Verfassungsgericht muss nun innerhalb von 14 Tagen über den Fall entscheiden. Damit verzögert sich auch die Vereidigung von Präsident Mnangagwa, die ursprünglich am Sonntag stattfinden sollte.

Es war die erste Wahl in Simbabwe, nachdem der langjährige Präsident Robert Mugabe infolge eines Militärputsches im November zurückgetreten war. EU-Wahlbeobachter hatten die Wahl als frei, aber nicht fair bezeichnet. Die Regierung habe auf staatliche Medien und Gelder zurückgreifen können.

Die Regierung wirft mehreren Oppositionellen vor, nach der Wahl zu gewaltsamen Protesten aufgerufen zu haben. Der MDC-Politiker Tendai Biti wurde am Donnerstag wegen Anstiftung zu Gewalt angeklagt. Biti war zuvor nach Sambia geflohen, das Land hatte seinen Asylantrag jedoch abgelehnt. Bei einer Demonstration gegen das Wahlergebnis waren am 1. August in der Hauptstadt Harare sechs Menschen getötet worden, als Sicherheitskräfte in die Menge schossen.