Donald Trump - »Google, Twitter und Facebook sollten besser vorsichtig sein« US-Präsident Donald Trump hat die Internetfirmen Google, Twitter und Facebook kritisiert. Kurz zuvor warf er Google vor, Suchanfragen zu seinem Nachteil zu manipulieren. © Foto: Leah Millis/Reuters

US-Präsident Donald Trump wirft dem Internetkonzern Google vor, konservative Medien und damit positive Berichte über ihn zu unterdrücken. Wenn man in der Suchmaschine "Trump News" eingebe, zeige sie einem fast nur Berichte von linksgerichteten und "falsch berichtenden" Medien an, klagte Trump auf Twitter. Während CNN sehr prominent in den Suchergebnissen zu finden sei, würden republikanische, konservative und fair berichtende Medien ausgegrenzt. Trump fügte hinzu: "Rechtswidrig?" Google wies die Vorwürfe zurück.

Trump meinte, dass auf diese Weise Informationen verheimlicht würden. "Sie kontrollieren, was wir sehen können und was nicht", twitterte er. Es handele sich um eine sehr ernste Situation, mit der er sich befassen werde. Im Oval Office sagte er, es gebe "Tausende und Tausende Beschwerden", die einliefen. "Ich denke, dass Google, Facebook und Twitter sich auf sehr, sehr schwierigem Terrain bewegen und sie sollten vorsichtig sein." Er beschuldigte Googles Suchmaschine, viele Leute ausgenutzt zu haben. Dies könne man Menschen nicht antun.

Später sagte Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow, die US-Regierung prüfe, ob sie Googlesuchen regulieren sollte. Bislang betonte Trump stets, er wolle behördliche Regulierungen zurückfahren, weil sie die Wirtschaft bremsten.

Trump und seine Unterstützer unterstellen Google und anderen Unternehmen des Silicon Valley schon länger, voreingenommen gegenüber Konservativen zu sein. Zwar sind einige der Geschäftsführer tatsächlich politisch liberal, geben aber stets an, ihre Produkte seien "vorurteilsfrei".

Beweise legt Trump nicht vor

Beweise für seine Vorwürfe nannte Trump nicht. Der Präsident teilt immer wieder gegen CNN und andere Medien aus, die nicht wohlwollend über ihn berichten. Er bezeichnet sie als "Fake News". Zuletzt hatte er ähnliche Beschwerden über soziale Medien geäußert.

Google dementierte die Angaben des Präsidenten. "Wir stufen Suchergebnisse niemals ein, um die politische Stimmung zu manipulieren", teilte der im kalifornischen Mountain View ansässige Konzern mit. Das Ziel der Suchmaschine sei, den Nutzerinnen und Nutzern schnellstmöglich die relevantesten Resultate zu ihren Anfragen zu geben. "Jedes Jahr fügen wir unseren Algorithmen Hunderte Verbesserungen zu, um sicherzustellen, dass sie qualitativ hochwertige Antworten als Reaktion auf Nutzerfragen liefern."

Experten legten nahe, dass Trump möglicherweise nicht verstehe, wie Suchmaschinen funktionieren. Googlesuchen zielen darauf ab, die relevantesten Webseiten als Reaktion auf die Abfrage eines Nutzers zu liefern – und zwar noch bevor dieser das Tippen in die Suchmaske beendet hat. Die ersten Treffer sind jene, die über Googles Algorithmen als die maßgeblichen, informativsten und wichtigsten beurteilt wurden. Viele Faktoren bestimmen die Suchergebnisse, darunter etwa, wie viel Zeit Nutzerinnen und Nutzer auf einer Seite verbringen, wie diese gestaltet ist und wie viele andere Seiten verlinkt sind.