Im UN-Sicherheitsrat wächst die Sorge, dass die syrischen Regierungstruppen bald eine Großoffensive auf Idlib starten, die letzte Stadt in der Hand von Rebellen. Dies könne eine Notsituation schaffen, wie es sie " in diesem Ausmaß noch nicht gegeben habe", sagte der Direktor des UN-Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, John Ging. Er rief die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates auf, alles zu tun, um das zu verhindern.

Die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bereiten seit einiger Zeit einen Angriff auf Rebellen sowie auf Verbündete des Terrornetzwerks Al-Kaida in Idlib vor. In der Gegend an der Grenze zur Türkei leben knapp drei Millionen Menschen. Ging sagte, schon in den vergangenen Wochen habe sich deren Situation nach Bombardierungen und Beschuss verschlechtert.

Russland hält im Sicherheitsrat dagegen

Syriens Verbündeter Russland warf den Rebellen wiederum erneut vor, sie bereiteten Chemiewaffenangriffe vor, um westlichen Staaten einen Vorwand für Angriffe auf das syrische Militär zu geben. Der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow sagte, der Angriff solle von der Zivilschutzgruppe Weißhelme gefilmt werden.

Westliche Staaten und unabhängige Experten haben der syrischen Regierung vorgeworfen, während des Bürgerkrieges mehrfach Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Die USA hatten unter US-Präsident Donald Trump nach solchen Vorfällen syrische Regierungskräfte angegriffen. Auch jetzt drohte das US-Außenministerium mit Vergeltung. Sollten nachweislich Chemiewaffen eingesetzt werden, würden die USA schnell und angemessen reagieren, sagte Sprecherin Heather Nauert. Gemeinsam mit Großbritannien und Frankreich hatten sie eine solche Reaktion schon vor Wochen angekündigt.

Die Regierung in Damaskus bestreitet den Einsatz von Chemiewaffen. Ihr Verbündeter Russland wirft den Weißhelmen vor, diese Angriffe inszeniert zu haben.