Währungskrise - Erdoğan sieht Partnerschaft mit USA in Gefahr Im Streit um einen inhaftierten amerikanischen Pastor hat Donald Trump die Importzölle gegen die Türkei angehoben. Das Land steckt derzeit in einer Währungskrise. © Foto: Presidential Press Service via AP

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat ausländische Kräfte für die desolate Lage der Wirtschaft in seinem Land verantwortlich gemacht. Die USA und andere Länder führten einen Krieg gegen die Türkei, sagte Erdoğan vor Anhängern in der Provinz Rize am Schwarzen Meer. Dollar, Euro und Gold seien die "Patronen, Kanonen und Raketen" dieses Wirtschaftskriegs.

Der Präsident versprach seinen Anhängerinnen und Anhängern, die Türkei werde die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen treffen, um ihre Wirtschaft zu schützen. Das Land bereite sich darauf vor, mit China, Russland, der Ukraine und dem Iran Handel in den Landeswährungen zu treiben. Allerdings hat die Lira nicht nur gegen Euro und Dollar, sondern auch gegen andere Währungen an Wert eingebüßt. Am wichtigsten sei es jedoch laut Erdoğan, "die Hände zu brechen, die diese Waffen abfeuern".

Hintergrund der Äußerungen Erdoğans sind neue Zölle gegen die Türkei, die die USA am Freitag angekündigt hatten. Zukünftig würden Zölle auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus der Türkei verdoppelt, kündigte US-Präsident Donald Trump in einem Tweet an. Die ohnehin schwache Landeswährung Lira stürzte daraufhin um weitere 14 Prozent ab.

Erdoğan hatte die Regierung in Washington danach vor einem Ende der Partnerschaft gewarnt und gesagt, dass sich die Türkei neue Verbündete suchen könnte. Die Türkei lasse sich durch Drohungen nicht auf Linie bringen, sagte er. Zugleich forderte er seine Landsleute erneut auf, Euro und Dollar in die Landeswährung Lira zu tauschen.

Erdoğan will Auslieferung Fethullah Gülens

Die USA fordern die Freilassung des US-Pastors Andrew Brunson und weiterer amerikanischer Staatsbürger, die wegen des Verdachts auf Spionage und Terrorvorwürfen in der Türkei unter Hausarrest stehen. Erdoğan sprach vor seinen Anhängern von: "Schande, Schande! Sie ziehen einen Pastor einem strategischen Nato-Partner vor."

Erdoğan fordert von der US-Regierung seit Jahren, den Prediger Fethullah Gülen auszuliefern. Ihn macht die Regierung in Ankara für den Putschversuch im Sommer 2016 verantwortlich. In einem Gastbeitrag für die New York Times schrieb Erdoğan am Freitag, der Putschversuch vom Juli 2016 ähnele dem, "was das amerikanische Volk zweifellos nach Pearl Harbor und den Angriffen vom 11. September erlebt hatte".