US-Präsident Donald Trump hat eine für November geplante Militärparade abgesagt und der Bundeshauptstadt Washington die Schuld dafür gegeben. Die Vertreter der Stadt hätten einen "lächerlich hohen Preis" für die Parade veranschlagt, deswegen habe er sie abgesagt, schrieb Trump auf Twitter. Er stellte aber in Aussicht, dass die Militärschau im nächsten Jahr stattfinden könnte. Der Präsident erklärte zudem, dass man nun neue Kampfjets kaufen könne.

Zuvor hatte bereits das Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass die Parade nicht mehr in diesem Jahr stattfinden solle. Die Kosten dafür waren auf Kritik gestoßen. Allerdings ist ihre Höhe vor allem auf den Beitrag des Pentagons zurückzuführen.

Das Weiße Haus hatte die Kosten auf einen Wert zwischen zehn und 30 Millionen Dollar taxiert. Zuletzt berichtete der Sender CNBC aber über eine Schätzung in Höhe von 92 Millionen Dollar. Diese Summe schließt demnach die Sicherheitsvorkehrungen für die Veranstaltung, den Transport von Ausrüstung, Flugzeuge sowie Personalkosten für Soldaten ein.

Der Präsident hatte die Idee einer Militärparade in der Hauptstadt aufgebracht, nachdem er von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zur traditionellen Parade auf den Champs-Élysées in Paris eingeladen worden und davon begeistert gewesen war.

Doch die Straßen in Washington sind nicht für das Befahren mit Panzern ausgelegt. Schon im März hatte die New York Times geschrieben, dass keine Panzer auf der Paradestrecke vom Weißen Haus zum Kapitol rollen werden, sondern ausschließlich Fahrzeuge auf Rädern, um Straßenschäden zu vermeiden. Stattdessen sollte es Überflüge von Militärmaschinen sowie Aufmärsche in historischen Uniformen geben.

Die letzte große Militärparade in Washington liegt mehr als 27 Jahre zurück. Am 8. Juni 1991 feierten die USA unter Präsident George H.W. Bush die Befreiung Kuwaits und den Sieg über den irakischen Machthaber Saddam Hussein.

Das Pentagon hatte für die Veranstaltung den 10. November angepeilt. Die Parade sollte Militärveteranen ehren. Der 10. November liegt unmittelbar vor dem Veterans Day am 11. November, der in den USA als Feiertag zu Ehren der Kriegsveteranen begangen wird.

Trump kündigte am Freitag an, anstelle der Schau eine Parade auf dem Militärflugplatz Joint Base Andrews an einem anderen Tag zu besuchen.