US-Präsident Donald Trump hat es einem Bericht zufolge abgelehnt, das Leben und Wirken des verstorbenen US-Republikaners John McCain in einer offiziellen Mitteilung zu würdigen. Trump habe hochrangigen Beratern gesagt, er ziehe es stattdessen vor, einen kurzen Tweet zum Tod seines Kritikers zu publizieren, berichtete die Washington Post unter Berufung auf ehemalige und aktuelle Berater im Weißen Haus.

Demnach plädierten unter anderem Trumps Sprecherin Sarah Sanders und sein Stabschef John Kelly für eine offizielle Würdigung. Sie sollen McCain einen "Helden" genannt haben. Sanders habe am Wochenende sogar eine Endfassung einer Mitteilung für Trump fertiggestellt, die dann aber nicht veröffentlicht worden sei.

Trump hatte nur wenige Worte über den verstorbenen Senator aus dem Bundesstaat Arizona verloren. "Mein tiefstes Mitgefühl und Respekt gilt der Familie von Senator John McCain. Unsere Herzen und Gebete sind mit Euch!", hatte er gewittert.

McCain war vergangene Woche im Alter von 81 Jahren gestorben. Er litt an einem Gehirntumor. Als Pilot der US-Navy war er in Vietnam in Gefangenschaft geraten und von den Vietcong gefoltert worden. Der Senator zählte später als Fachmann in der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu den prominentesten Mitgliedern des US-Kongresses. Er erwarb sich über die Parteigrenzen hinweg große Achtung.