USA - Mehr als 300 Zeitungen wehren sich gegen Kritik von Donald Trump Zur Verteidigung der Pressefreiheit haben mehr als 300 US-Zeitungen in Leitartikeln dem Vorwurf der »Fake-News« widersprochen. Der US-Präsident hatte die Medien zuvor als »Oppositionspartei« bezeichnet. © Foto: Brendan McDermid/Reuters

Nach einer gemeinsamen Aktion Hunderter Zeitungen hat der US-Senat die Wichtigkeit der freien Presse für die Vereinigten Staaten hervorgehoben. "Die Presse ist nicht der Feind des Volkes", hieß es in einer Resolution, die die Senatorinnen und Senatoren verabschiedeten. Zeitungen im ganzen Land hatten sich zuvor mit Leitartikeln gegen Angriffe Trumps gewehrt.

Der demokratische Senator Brian Schatz aus Hawaii brachte die Resolution ein. Er bezog sich darin unter anderem auf die Präsidenten Thomas Jefferson, James Madison und Ronald Reagan, um die Bedeutung einer freien Presse zu betonen. Die Medien seien der Resolution zufolge "wesentlich für die demokratischen Fundamente der Vereinigten Staaten".

Angriffe auf die Medien seien zudem als "Angriffe auf unsere demokratischen Institutionen" zu werten. Schatz verwies auf den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der die Medien vor der Kontrolle der Regierung schütze. Kein Senator legte Widerspruch gegen die Resolution ein.

350 Medien wehren sich gegen Trumps Anschuldigungen

Zu der gemeinsamen Aktion der Zeitungen hatte der Boston Globe aufgerufen. In ihren Leitartikeln wehrten sich die Medien vor allem gegen die Anschuldigung Trumps, Fake-News zu verbreiten. Nach Angaben des Boston Globe beteiligten sich etwa 350 Medien an der Aktion, darunter Traditionshäuser wie die New York Times, aber auch kleine Lokalzeitungen, darunter liberale und konservative Redaktionen. 

Es vergeht keine Woche, ohne dass der US-Präsident auf seinem Twitter-Account gegen Medien polemisiert. Kritische Berichterstattung über seine Politik, wie sie etwa die New York Times betreibt, bezeichnet Trump als "Fake-News". Kritische Reporter nennt er "Volksfeinde". Er spricht von der "scheiternden New York Times" oder den "Lügnern bei CNN" – zuweilen greift er auch einzelne Journalistinnen und Journalisten direkt an.