Der prominente US-Republikaner und Kritiker von US-Präsident Donald Trump, John McCain, ist tot. Der Senator starb am Samstag im Kreise seiner Familie, wie sein Büro mitteilte. Er wurde 81 Jahre alt. McCain litt an einem aggressiven Hirntumor. Seine Familie hatte am Freitag mitgeteilt, dass er sich entschlossen habe, die Behandlung gegen den Krebs einzustellen. Der Politiker hinterlässt seine Frau Cindy und sieben Kinder. 

McCain saß seit 1987 im US-Senat und hat sich im Laufe der Zeit den Ruf eines "Mavericks" erworben – eines Mannes, der der Parteiräson nicht immer folgt und auch unbequeme Meinungen vertritt. Er zählte zu den prominentesten Mitgliedern des US-Kongresses und hatte sich über die Parteigrenzen hinweg große Achtung erworben. 2008 trat er als Präsidentschaftskandidat der Republikaner an, verlor die Wahl aber gegen Barack Obama. 

McCain stand Trump sehr kritisch gegenüber. Nach dessen Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin attestierte er ihm Mitte Juli etwa Inkompetenz.

Trump kondoliert auf Twitter

Trump hatte sich bei Wahlkampfauftritten in den vergangenen Wochen immer wieder abfällig über den schwerkranken Senator geäußert – allerdings ohne ihn beim Namen zu nennen. Bei einer Rede in Florida etwa ahmte Trump nach, wie McCain im vergangenen Jahr gegen einen Gesetzentwurf seiner eigenen Partei gestimmt hatte, der die Krankenversicherung "Obamacare" in Teilen abgeschafft hätte. Diese Entscheidung des Senators missfiel Trump zutiefst.

Trump hatte McCain schon im Wahlkampf verspottet. Im Juli 2015 behauptete er, er sei kein Kriegsheld, weil er während des Vietnamkrieges gefangen genommen worden sei. "Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen worden sind", erklärte Trump damals. Nach dem Tod des Politikers kondolierte Trump auf Twitter. Sein Mitgefühl und Respekt gelte McCains Familie.

Der frühere US-Präsident Barack Obama würdigte McCain als einen Mann, mit dem er trotz Meinungsverschiedenheiten eine "Treue zu etwas Höherem" geteilt habe – "die Ideale, für die Generationen von Amerikanern und Einwanderern gleichermaßen kämpften, marschierten und Opfer gaben". McCain und er hätten "unsere politischen Schlachten sogar als ein Privileg betrachtet, etwas Nobles, eine Gelegenheit, in der Heimat als Hüter jener hohen Ideale zu dienen, und sie in der Welt voranzutreiben", teilte Obama mit.  

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den verstorbenen US-Republikaner John McCain als unermüdlichen "Kämpfer für ein starkes transatlantisches Bündnis" gewürdigt. "Wir verlieren mit ihm einen Menschen, dessen persönlicher Mut und dessen Aufrichtigkeit auch sein politisches Wirken prägten", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntag im Namen Merkels mit. "John McCain war geleitet von der festen Überzeugung, dass der Sinn jeglicher politischer Arbeit im Dienst für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu finden sei. Sein Tod ist ein Verlust für alle, die diese Überzeugung teilen."

McCain litt an einem Glioblastom, einer Krebsart, an der auch schon der demokratische Senator Edward Kennedy 2009 gestorben war. McCain sagte mit Blick auf die Erkrankung, er habe manchmal "Angst davor, was passiert". Doch auch Kennedy habe trotz seiner Krebsdiagnose weitergearbeitet und niemals aufgegeben. Er selbst trete dem, was komme, mit Dankbarkeit dafür entgegen, "ein großartiges Leben" gehabt zu haben, sagte McCain.

McCain war als Pilot der US-Navy in Vietnam in Gefangenschaft geraten und von den Vietcong gefoltert worden. Als Politiker sprach er sich immer wieder gegen Folter aus. Er warb zudem dafür, dass das umstrittene Gefangenenlager Guantánamo geschlossen wird.