Nach Einschätzung des Pentagons hat die chinesische Armee zuletzt verstärkt Luftangriffe trainiert. "In den vergangenen drei Jahren hat die Volksbefreiungsarmee das Einsatzgebiet ihrer Bomber über See rapide ausgedehnt, Erfahrungen in heiklen Meeresgebieten gesammelt und dabei vermutlich auch Angriffe auf Ziele der USA und der Verbündeten geprobt", heißt es in einem Bericht zur militärischen Stärke des Landes (PDF), den das US-Verteidigungsministerium jährlich vorlegt. 

Darüber, welche Botschaft die chinesische Regierung durch die erhöhte Aktivität senden wolle, herrsche bislang keine Klarheit, hieß es. Zumindest könnten die Übungen als Demonstration verbesserter militärischer Fähigkeiten gewertet werden.

Dem Bericht zufolge ist zu erwarten, dass der offizielle Wehretat Chinas innerhalb der nächsten zehn Jahre auf mehr als 240 Milliarden Dollar anwachsen wird – obwohl die Wirtschaft langsamer wächst. 2017 habe das Verteidigungsbudget vermutlich den Wert von 190 Milliarden Dollar überschritten. Auch verstärke China seine militärischen Aktivitäten im Weltraum, heißt es in dem Papier des Pentagons. Offiziell spreche sich die chinesische Regierung aber gegen eine Militarisierung des Alls aus.

In den vergangenen Monaten hat China Militärstützpunkte im Südchinesischen Meer weiter ausgebaut und auf mehreren Inseln Raketen stationiert. Die Volksrepublik erhebt Ansprüche auf nahezu das gesamte Südchinesische Meer und streitet deswegen seit Jahren mit Anrainerstaaten.

Territorialkonflikte im Südchinesischen Meer

Umstrittene Meereszonen

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Durch das Südchinesische Meer verlaufen wichtige Schifffahrtsrouten. 2016 hatte der Ständige Schiedshof in Den Haag entschieden, dass die Gebietsansprüche unberechtigt sind. Dafür, dass China "historische Rechte" auf die Ressourcen in dem drei Millionen Quadratkilometer großen Seegebiet beanspruche, gebe es "keine rechtliche Grundlage"