Trotz miserabler Wirtschaftslage und großer Unzufriedenheit im Land bewegt sich der Iran bei den strategischen Fragen kein Stück. Teherans Standpunkt: Wir haben ein Abkommen, zu dem wir stehen, wir verhandeln nicht mit den USA! Warum sollte der Iran auch, wo die USA schon das erste Abkommen gebrochen haben. Die Weltmacht hat keine Glaubwürdigkeit mehr, niemand vertraut mehr auf das Wort oder die Unterschrift ihrer Regierung. Zugleich ahnen die Iraner, dass Trump strategisch zu konfus und zu feige ist, seine militärische Überlegenheit einzusetzen. Die Sanktionen verfehlen also vollkommen ihr Ziel.

Was helfen könnte, wäre eine radikale Änderung der amerikanischen Verhandlungstaktik. Die Einsicht, dass man mit Drohungen ohne Glaubwürdigkeit nicht weiterkommt. Also: die feierliche Beerdigung des Trumpschen "Art of the Deal".

Es gibt ein Beispiel, wie man mit Regimen vom Schlage Nordkoreas oder Irans erfolgreich weiterkommt. Das waren die sogenannten E-3-Verhandlungen Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens mit dem Iran, die später um die USA, Russland und China erweitert wurden. Zwölf lange Jahre dauerten die Verhandlungen, am Ende stand ein Vertrag, der Irans Abstinenz von der Atombombe für mindestens 15 Jahre garantierte.

So einen Vertrag wollen die Amerikaner jetzt mit Nordkorea. Mit dem Iran haben sie ihn gerade gebrochen.