Donald Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort ist von seinem ehemaligen Geschäftspartner schwer belastet worden. Kronzeuge Rick Gates sagte vor Gericht aus, er habe gemeinsam mit Manafort 15 schwarze Auslandskonten unterhalten. Das berichtete die Washington Post aus dem Gerichtssaal. Rick Gates gilt als Manaforts frühere rechte Hand.

Manafort habe Millionen von Dollar auf Auslandskonten vor der US-Steuerbehörde IRS versteckt, sagte Gates der Zeitung zufolge vor Gericht in Alexandria. Außerdem habe Manafort ihn angehalten, gegenüber Buchhaltern, Banken und Rechnungsprüfern zu lügen. Gates habe in der Hoffnung auf Strafmilderung gegen Manafort ausgesagt. Im Februar hatte er sich im Rahmen einer Vereinbarung mit Sonderermittler Robert Mueller für schuldig bekannt. Er räumte bei seiner Aussage auch ein, dass er Hunderttausende Dollar von Manafort gestohlen habe. Auf die Frage, ob er gemeinsam mit Manafort Straftaten begangen hätte, habe Gates mit Ja geantwortet.

Der Prozess gegen Manafort ist der erste, der aus den Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller in der Russlandaffäre hervorgegangen ist. Mueller untersucht, ob Trumps Wahlkampfteam im Zuge der US-Präsidentschaftswahlen 2016 mit Moskau zusammengearbeitet hat. Im Prozess gegen Manafort geht es aber vor allem um dessen Lobbyarbeit in der Ukraine, nicht seine Rolle in Trumps Wahlkampf. Gates sagte vor Gericht, wenn im Zuge der Beratertätigkeiten in der Ukraine Millioneneinnahmen gemacht wurden, habe Manafort darüber entschieden, diese entweder als Einkommen oder als Darlehen aufzuführen. Ziel des Betrugs sei gewesen, Manaforts Steuerbescheid zu senken und zu zahlende Abgaben auf spätere Jahre hinauszuschieben.

Bereits zum Prozessbeginn hatte der Staatsanwalt Manafort in seinem Eröffnungsstatement vorgeworfen, er habe mithilfe von Offshore-Konten ein System aufgebaut, um bei einem zweistelligen Millionenbetrag die Steuer- und Bankengesetze zu umgehen. Er habe einen Pfad der Lügen hinterlassen.

Manaforts Verteidigung hatte angegeben, er habe die US-Behörden niemals über sein Einkommen und seine Bankkonten im Ausland in die Irre führen wollen. Manafort habe anderen Personen, insbesondere Rick Gates, vertraut, damit diese den Überblick über seine Einnahmen behielten. Insgesamt sollen in dem Prozess 35 Zeugen gehört werden. Im September soll zudem in Washington ein zweiter Prozess gegen Manafort beginnen, bei dem es um den Vorwurf der Geldwäsche gehen wird.

Der 69-jährige hatte zunächst unter Hausarrest gelebt. Im Juni beschuldigten ihn die Ermittler, Zeugen beeinflussen zu wollen. Seither sitzt er im Gefängnis. Der US-Präsident hat sich von ihm distanziert. Manafort leitete von Juni bis August 2016 Trumps Wahlkampf.