Die Türkei und Katar haben ihre Verbindungen in den vergangenen Jahren enger geknüpft. Nun will der Golfstaat dem Land offenbar in der Währungskrise beistehen und 15 Milliarden Dollar in die Türkei investieren. Das teilte der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, İbrahim Kalın, nach einem Treffen Erdoğans mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad al-Thani, mit.

Aus Katar hieß es, das Emirat werde in diesem Volumen eine Reihe von Investitionen tätigen und Wirtschaftsprojekte finanzieren. Informationen aus türkischen Regierungskreisen zufolge soll das Geld in die Finanzmärkte und an Banken gehen. 

Die Türkei liegt mit dem Nato-Partner USA politisch über Kreuz, was sich auf die Wirtschaftsbeziehungen auswirkt. Die türkische Lira hat seit Jahresbeginn im Vergleich zum Dollar fast 40 Prozent verloren, auch wegen der Sorgen über den wachsenden Einfluss von Präsident Erdoğan auf die Wirtschaft und seinen Forderungen nach niedrigeren Zinsen trotz einer hohen Inflation.

Die türkischen Aufsichtsbehörden schränkten unterdessen Devisentauschgeschäfte türkischer Banken mit ausländischen Investoren weiter ein. Die Zentralbank hatte zu Wochenbeginn angekündigt, alle nötigen Schritte zu unternehmen, um die Liquiditätsversorgung der heimischen Geldhäuser zu gewährleisten. Die Landeswährung erholte sich weiter, nachdem sie am Montag zum US-Dollar auf ein Rekordtief von 7,24 gefallen war. Am Mittwochabend kostete ein Dollar mit 6,06 Lira 4,8 Prozent weniger.

Die Türkei und Katar haben traditionell gute Beziehungen. Im Juni vergangenen Jahres hatte die Türkei das Golfemirat unterstützt, nachdem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain eine Blockade gegen Katar verhängt hatten. Sie warfen Katar unter anderem die Unterstützung von Terrorgruppen vor, was das Emirat zurückwies.