Im westafrikanischen Mali muss Präsident Ibrahim Boubacar Keïta noch einmal antreten. Auf ihn entfielen bei der Präsidentenwahl vom Wochenende zwar 41,4 Prozent der Stimmen. Damit verfehlte Keïta aber die nötigen 50 Prozent, um sich im ersten Wahlgang eine zweite Amtszeit zu sichern. Gegen ihn tritt am 12. August Soumaïla Cissé an, der 17,8 Prozent der Stimmen erhielt.

Das Verfassungsgericht hat nun drei Tage Zeit, die Ergebnisse zu bestätigen. Bereits bei der vergangenen Wahl 2013 mussten Keïta und Cissé in eine Stichwahl.

Überschattet wurde die Wahl durch die Bedrohung von Anschlägen extremistischer Gruppen. In Teilen des Landes fiel die Stimmabgabe daher ganz aus – was die Aussagekraft der Wahl infrage stellte. Die Wahlbeteiligung hatte bei 43 Prozent gelegen, mehr als acht Millionen Wähler waren registriert.

Die Sicherheitslage in Mali hat sich im Laufe der Amtszeit von Keïta  verschlechtert. Die Wüste im Norden Malis gilt als Rückzugsgebiet mehrerer mit Al-Kaida verbundener islamistischer Terrororganisationen. Auch im bevölkerungsreicheren Zentrum Malis gewinnen diese an Einfluss.

Eine UN-Friedensmission, die seit 2013 in Mali im Einsatz ist, soll für Stabilität sorgen und eine Machtübernahme durch Dschihadisten verhindern. Auch 1.000 Bundeswehrsoldaten sind an der Mission beteiligt. Es ist nach dem Afghanistaneinsatz der momentan größte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Die deutschen Soldaten sind vor allem in der Stadt Gao im nordöstlichen Teil des Landes stationiert. Frankreich ist ebenfalls mit Tausenden Soldaten in seiner früheren Kolonie vertreten.