Julian Assange, der Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, hat nach Angaben der Plattform eine Vorladung des Geheimdienstausschusses des US-Senats erhalten. Er soll vor dem Ausschuss über mutmaßliche russische Einmischungen in den US-Wahlkampf 2016 aussagen.

Das gab WikiLeaks im Kurznachrichtendienst Twitter bekannt und veröffentlichte auch das Schreiben des Geheimdienstausschusses.

WikiLeaks teilte mit, das eigene Anwaltsteam ziehe "das Angebot in Erwägung, aber die Bedingungen müssen einen hohen ethischen Standard erfüllen". 

Der Geheimdienstausschuss prüft, welche Rolle WikiLeaks im Präsidentschaftswahlkampf gespielt hat. Die Plattform hatte von mutmaßlich russischen Hackern gestohlene E-Mails der Demokratischen Partei veröffentlicht und damit der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton geschadet. 

Seit mehr als sechs Jahren lebt der 47-jährige Assange inzwischen in der ecuadorianischen Botschaft in London, um sich einer möglichen Auslieferung an die USA zu entziehen. Die Regierung Ecuadors hat bereits vor Monaten deutlich gemacht, dass sie den Aufenthalt des Plattformgründers in der Botschaft in London gerne beenden würde.

Die US-Justiz macht Assange für die Veröffentlichung brisanter US-Dokumente aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak über die WikiLeaks-Plattform verantwortlich.

Assange weigert sich, die Botschaft zu verlassen, solange er keine Garantie hat, nicht an die USA ausgeliefert zu werden. Die britische Polizei will Assange festnehmen, weil er mit seiner Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen habe. Ermittlungen gegen ihn wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden wurden inzwischen eingestellt.