Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will mit Algerien enger zusammenarbeiten, um ausreisepflichtige Algerier abzuschieben. Es gebe eine "sehr konstruktive Zusammenarbeit" deutscher und algerischer Behörden bei der Rückführung, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem Ministerpräsidenten Ahmed Ouyahia in der algerischen Hauptstadt Algier. Man habe jetzt "gute Modalitäten" gefunden, wie man Personen "noch effizienter" zurückschicken könne, die kein Aufenthaltsrecht in Deutschland haben.

Ministerpräsident Ouyahia sagte, sein Land wolle das Thema der etwa 3.700 ausreisepflichtigen Algerier in Deutschland so schnell wie möglich abarbeiten. Algerien sei bereit, in Deutschland lebende ausreisepflichtige Landsleute zurückzunehmen, sofern sichergestellt sei, dass es sich tatsächlich um Algerier handele. "Algerien nimmt seine Kinder zurück. Wir würden sogar 5.000 zurücknehmen", sagte Ouyahia.

Um die Abschiebungen schneller durchzuführen, forderte Ouyahia die Bundesregierung auf, bei der Lufthansa darauf hinzuwirken, dass sie bei ihren wöchentlich elf Flügen zwischen Deutschland und Algerien an den Rückführungen teilnehmen solle. Algerien lehnt die Nutzung von Charterflugzeugen für Rückführungen ab und bringt etwa fünf Ausreisepflichtige auf wöchentlich sechs Flugverbindungen der algerischen Fluggesellschaft in die Heimat.

Die Zahl der Abschiebungen nach Algerien hat seit 2015 fast verzehnfacht. Sie habe sich von 57 im Jahr 2015 auf 504 im Jahr 2017 erhöht, berichtete die Rheinische Post unter Berufung auf das Bundesinnenministerium. 2018 wurden demnach bis Juli bereits 350 Personen zurück nach Algerien gebracht. Die Quote der Asylbewerber aus Algerien, die anerkannt werden, liegt bei zwei Prozent. Algerien gehört deshalb zu den Staaten, die die Bundesregierung künftig wie etwa auch Tunesien, Marokko und Georgien als "sichere Herkunftsstaaten" einstufen möchte. Bisher verhindern die Grünen das.