Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sissi hat ein Gesetz zur Regulierung sozialer Netzwerke ratifiziert. Künftig werden dadurch Social-Media-Konten mit mehr als 5.000 Followern von der staatlichen Medienaufsicht überwacht. Wenn dort aus ihrer Sicht Falschmeldungen veröffentlicht werden, kann die Aufsicht die Konten blockieren. Al-Sissis Führung argumentiert, mit dem Gesetz gegen "Fake-News" vorzugehen.

Die ägyptischen Behörden dürfen bereits Webseiten blockieren, deren Inhalte sie als Bedrohung für die nationale Sicherheit betrachten. Al-Sissi hatte ein entsprechendes "Gesetz gegen Internetkriminalität" im August genehmigt. Amnesty International kritisiert beide Gesetze; sie gäben dem ägyptischen Staat beinahe die vollständige Kontrolle über Print-, Online- und Rundfunkmedien.

Seit dem Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Mohammed Mursi im Jahr 2013 geht Ägypten verstärkt gegen abweichende Meinungen vor. Al-Sissi hat schon in den ersten vier Jahren seiner Militärdiktatur 60.000 politische Gefangene genommen, darunter viele Journalisten. Im März war er mit 97 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden.