In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires haben Zehntausende Menschen gegen die Sparpolitik von Präsident Mauricio Macri protestiert. In Sprechchören und auf Bannern warfen sie Macri auf dem Platz vor dem Präsidentenpalast vor, das Land dem Spardiktat des Internationalen Währungsfonds (IWF) auszuliefern. Die Demonstration bildete den Auftakt zu einem Generalstreik, der das Land weitgehend lahmlegen könnte.

Der Gewerkschaftsdachverband CGT hatte mitgeteilt, die Arbeit werde ab Montagmittag für 36 Stunden niedergelegt. Die Gewerkschaften des öffentlichen Nah- und Schienenverkehrs kündigten an, der Aufforderung zu folgen. Schulen, Behörden, Banken und Teile von Krankenhäusern sollen geschlossen bleiben, auch die Fluglotsen wollen sich an dem Ausstand beteiligen. Viele Flüge wurden deshalb gestrichen.

Der Protest richtet sich gegen Sparmaßnahmen, die die Regierung mit dem IWF angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise im Gegenzug für Hilfskredite ausgehandelt hat. Der Währungsfonds hat Argentinien nach einer starken Abwertung der Landeswährung eine Finanzhilfe von maximal 50 Milliarden Dollar gewährt. Im Gegenzug verpflichtete sich die Regierung, das Haushaltsdefizit schneller abzubauen. Der argentinische Peso hat seit Jahresbeginn bereits 50 Prozent an Wert zum Dollar verloren. Im Juli lag die Inflation bei fast 20 Prozent, bis zum Jahresende könnten es 30 Prozent sein. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote mit 9,6 Prozent auf dem höchsten Stand seit zwölf Jahren. 

Macri kündigte am Montag eine weitere Zusammenarbeit mit dem IWF an. "Eine Staatspleite in Argentinien werden wir nicht zulassen", sagte er. "Wir arbeiten mit dem IWF-Team und wir werden Vertrauen wiederherstellen." Sein Sanierungskurs werde dazu führen, "dass die Inflation und unser Bedarf an externer Hilfe dramatisch sinken".

Arbeitsminister Dante Sica kritisierte den Generalstreik. Dieser treffe Argentinien in einer Zeit, "in der die Wirtschaftsleistung immer noch sinkt und wir einen Aufschwung brauchen", sagte Sica. Seine Regierung werde dennoch mit den Gewerkschaften im Gespräch bleiben.