Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi hat sich nach langem Schweigen zur Vertreibung der Rohingya in Myanmar geäußert. "Im Nachhinein betrachtet gibt es natürlich Wege, auf denen besser mit der Situation hätte umgegangen werden können", sagte die Friedensnobelpreisträgerin.

Suu Kyi äußerte sich ebenfalls erstmals direkt zur Inhaftierung zweier Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters in ihrem Land. Die beiden Journalisten hatten über die Tötung von Angehörigen der Rohingya berichtet und waren Anfang September wegen Landesverrats zu jeweils sieben Jahren Haft verurteilt worden. International wurde das Urteil deutlich kritisiert. Suu Kyi teilte mit, dass die beiden Journalisten nicht wegen ihres Berufs verhaftet worden seien, sondern weil sie gegen das Gesetz verstoßen hätten. 

In Myanmar, dem ehemaligen Birma, wird die Minderheit der Rohingya seit Jahrzehnten unterdrückt und diskriminiert. Die Lage eskalierte vor einem Jahr, nachdem Rohingya-Rebellen bei Angriffen mehrere Grenzwächter töteten. Das Militär in dem mehrheitlich buddhistischen Land reagierte mit brutaler Gegengewalt – fast 700.000 Menschen flohen ins Nachbarland Bangladesch. UN-Ermittler sprechen von Völkermord. Suu Kyi stand wegen ihres langen Schweigens zur Rohingya-Krise zuletzt international in der Kritik.

Myanmar - Lange Haftstrafen für Reuters-Journalisten Ein Gericht in Myanmar hat Wa Lone und Kyaw Soe Oo wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Reuters-Journalisten beteuern ihre Unschuld. © Foto: Myat Thu Kyaw/Reuters