Hillary Clinton, ehemalige Kandidatin der Demokratischen Partei für die Präsidentschaft der USA, sieht die US-amerikanische Demokratie in der Krise. In einem Essay, den das Magazin The Atlantic veröffentlichte, macht Clinton US-Präsident Donald Trump für diese Krise verantwortlich und nennt hierfür fünf Gründe.

Erstens habe der US-Präsident das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit mehrfach verletzt. Als Belege für ihre Anschuldigungen zählt Clinton Trumps Aussagen gegen das Justizsystem der USA auf. So habe Trump der New York Times gesagt, er habe "das absolute Recht", mit dem Justizministerium zu tun, was er wolle. Außerdem habe Trump im Januar dieses Jahres einen Brief an Sonderermittler Robert Mueller schicken lassen. Clinton schreibt, in dem Brief behaupteten Trumps Anwälte, es wäre keine Angelegenheit der Justiz, wenn Trump in die Russland-Verbindungen involviert wäre, da er der Präsident der USA sei. Mueller untersucht eine mögliche illegale Zusammenarbeit von Trumps Wahlkampfteam mit Russland.

Clintons zweiter Kritikpunkt betrifft die Legitimität des Wahlsystems der USA. Es gebe eine anhaltende Einmischung Russlands in US-Wahlen und Trump habe einen Widerwillen, dies zu stoppen, schreibt Clinton. Außerdem kritisiert sie die Änderung der Wahlbezirke in den USA und Hindernisse bestimmter Bevölkerungsgruppen, an den Wahlen teilzunehmen. Das Prinzip "eine Person, eine Stimme" werde dadurch eingeschränkt.

Laut den Faktencheckern der Washington Post hat Donald Trump seit Amtsübernahme 5.000 falsche oder irreführende Behauptungen in die Welt gesetzt. Clinton stützt ihren dritten Kritikpunkt darauf und beklagt, dass der US-Präsident "einen Krieg gegen die Wahrheit" führe. Diese Anschuldigung stützt Clinton auch auf Äußerungen Trumps gegen kritische Journalisten.