Ein früherer Wahlkampfberater von US-Präsident Donald Trump muss wegen Irreführung der Polizeibehörde FBI 14 Tage ins Gefängnis. George Papadopoulos habe die Bundespolizei FBI bei den Ermittlungen zur Russland-Affäre belogen, sagte Bundesrichter Randolph Moss. Damit habe er in einer Ermittlung von großer Bedeutung für die nationale Sicherheit die Unwahrheit gesagt. Strafmildernd wirkte sich dem Richter zufolge jedoch aus, dass der Angeklagte sich schuldig bekannt und Reue gezeigt hatte.

In dem Fall wurde erstmals detailliert dargelegt, dass ein Mitglied der Trump-Kampagne von russischen Bemühungen wusste, auf die Präsidentenwahl 2016 Einfluss zu nehmen. Anders als zunächst behauptet hatte sich Papadopoulos mit einem Professor mit Russland-Verbindung getroffen, um Material für eine Kampagne gegen Trumps damalige Wahlkampfrivalin Hillary Clinton zu erhalten.

Angesichts der Vorwürfe hatte sich Trump von Papadopoulos distanziert und gesagt, dieser sei im Wahlkampf nur "ein Freiwilliger auf einem unteren Level" gewesen. Als Präsidentschaftskandidat hatte er Papadopoulos im März 2016 in einem Gespräch mit der Washington Post dagegen noch als Teil seines Außenpolitikteams vorgestellt. "George Papadopoulos, er ist ein Öl- und Energieberater, exzellenter Typ", sagte Trump damals.

Trump nennt Untersuchungen "unfair"

Trump beharrte am Freitag nach Angaben mitreisender Reporter an Bord der Regierungsmaschine Air Force One wiederum darauf, er kenne Papadopoulos nicht. Er habe ihn mal auf einem Foto neben sich an einem Tisch sitzen gesehen. "Das ist das Einzige, was ich von ihm weiß." Nach dem Urteil zeigte sich der US-Präsident erleichtert. "Keine Absprachen. Ein großartiger Tag für Amerika!", twitterte er nach dem Schuldspruch.

Für Trump sind die Untersuchungen zu möglichen Russland-Verwicklungen im Präsidentschaftswahlkampf 2016 unbequem. Das FBI-Team des Sonderermittlers Robert Mueller untersucht, ob es im Wahlkampf Absprachen des Trump-Lagers mit Russland gegeben hat. Über Muellers Untersuchungen sagte Trump in der Air Force One, sie hätten "vor langer Zeit" eingestellt werden müssen und seien "wirklich, wirklich unfair" für die Zwischenwahlen im Kongress im November. Er bekräftigte erneut, es habe keine Absprachen zwischen Moskau und irgendwem in seinem Wahlkampfteam gegeben.

Laut Berichten von US-Medien hatte Papadopoulos durch Äußerungen im Mai 2016 die Russland-Ermittlungen überhaupt erst ausgelöst. Der junge Berater sagte damals bei einem Trinkgelage mit einem australischen Diplomaten, dass Russland belastende Informationen über Clinton in Form von E-Mails besitze.  Als dann zwei Monate später gehackte E-Mails des demokratischen Parteivorstandes von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht wurden, hätten australische Beamte das FBI über diese Äußerungen unterrichtet.