Die italienische Regierungskoalition hat sich darauf geeinigt, im kommenden Jahr deutlich mehr Schulden zu machen. Es werde mit einer Neuverschuldung von 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung geplant, schrieben der Vizepremierminister Luigi Di Maio von der Bewegung Fünf Sterne und Matteo Salvini von der in Teilen rechtsextremen Lega in einer gemeinsamen Mitteilung. Laut der Nachrichtenagentur Ansa stimmte auch das Kabinett den Plänen zu.   

EU-Kommissar Pierre Moscovici mahnte das Land daraufhin zu Etatdisziplin. Die Schulden Italiens blieben "explosiv", wie der Franzose dem Fernsehsender BFM sagte. Die EU-Kommission habe kein Interesse an einem Konflikt mit Italien. "Aber wir haben auch kein Interesse daran, dass Italien die Regeln nicht akzeptiert und seine Schulden nicht reduziert."

Mit den Schulden will die Regierung etwa kostspielige Steuersenkungen und ein Bürgereinkommen realisieren. Auch soll das Rentengesetz überholt werden, mit dem das Rentenalter heraufgesetzt worden war, kündigte Regierungschef Giuseppe Conte auf Facebook an.  

Italien ist so hoch verschuldet wie kaum ein anderes Land in der EU. Im Vergleich zur Wirtschaftskraft liegt Italiens Verschuldungsgrad bei 130 Prozent – in Deutschland liegt der Wert bei 68 Prozent, in Frankreich bei 98 Prozent. Im Oktober muss Italien den Entwurf für den Haushalt 2019 erst der EU-Kommission sowie den EU-Finanzministern und dann dem Parlament vorlegen.