Im Fall des vor sieben Monaten ermordeten Investigativjournalisten Ján Kuciak hat die slowakische Ermittlungsbehörde drei Verdächtige angeklagt. Ihnen werden Mord und andere Verbrechen zur Last gelegt, teilte eine Polizeisprecherin mit. Bei der Staatsanwaltschaft sei ein Antrag auf Untersuchungshaft eingereicht worden.

Fünf weitere Verdächtige wurden laut der Sprecherin nach ihrer Vernehmung wieder freigelassen. Nach slowakischem Recht dürfen Verdächtige maximal 48 Stunden ohne Anklage festgehalten werden. Am Donnerstag hatte die Polizei im Zusammenhang mit dem Mordfall insgesamt acht Männer festgenommen

Sie waren im Rahmen einer Großaktion der Polizei in der südslowakischen Stadt Kolárovo und benachbarten Orten gefasst worden.

Kuciak und seine Verlobte Martina Kušnírová waren am 21. Februar in ihrem Haus im westslowakischen Dorf Veľká Mača erschossen worden. Kuciak hatte zuvor zu möglichen Verbindungen zwischen der italienischen Mafia und Mitarbeitern der slowakischen Regierung recherchiert. Die unvollendete Reportage wurde erst nach Kuciaks Tod veröffentlicht. Die Ermordung löste Massendemonstrationen gegen Korruption aus und führte zum Rücktritt von Premierminister Robert Fico.