Mit Äußerungen zur Migration hat der italienische Innenminister Matteo Salvini Luxemburgs Migrationsminister Jean Asselborn in Rage gebracht. Der stellvertretende italienische Ministerpräsident Matteo Salvini verglich auf einer Konferenz in Wien afrikanische Immigranten mit Sklaven. "Ich habe jemanden sagen hören, wir brauchen Einwanderung, weil die Bevölkerung altert. Ich sehe die Dinge ganz anders", sagte der Chef der rechten Lega-Partei. Es könne nicht darum gehen, die Besten aus der afrikanischen Jugend herzuholen, um Europäer zu ersetzen, die keine Kinder bekämen. "In Italien gibt es die Notwendigkeit, unseren Kindern zu helfen, Kinder zu bekommen – und nicht, neue Sklaven zu haben, um die Kinder zu ersetzen, die wir nicht haben."

"Das geht zu weit", empörte sich Asselborn einem von Salvini veröffentlichten Video zufolge, das einen Ausschnitt der Debatte zeigt. Der Chef der rechten Lega-Partei sprach unbeeindruckt weiter: "Wenn Sie in Luxemburg mehr Migration brauchen – ich für meinen Teil bevorzuge es, Italien den Italienern vorzubehalten."

Daraufhin unterbrach Asselborn den italienischen Politiker: "In Luxemburg haben wir Zehntausende Italiener, mein Herr!" Sie seien auf der Suche nach Arbeit gekommen, "damit Sie in Italien Geld für Ihre Kinder haben", sagte Asselborn und fügte ein "Scheiße noch mal" hinzu.

Streit gab es bei der Konferenz der Europäischen Union zur Migration auch zwischen Italien und Malta. "Es gibt ein Mitgliedsland, das sich nicht um seine Verpflichtungen schert", sagte Salvini laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. "Immer wieder gibt es viele Schiffe in maltesischen Gewässern, auch welche in Not, die unter Bruch der Solidarität ignoriert oder nach Italien begleitet werden."

Sie könne die Boote nicht aufhalten, hatte die maltesische Regierung bereits am Donnerstag nach Beschwerden Salvinis gesagt. Das seien keine Fälle für den Such- und Rettungsdienst. "Die maltesischen Behörden werden, wie in jedem Fall, alle geltenden Konventionen anwenden. Diese erlauben es den Behörden nicht, Boote auf dem offenen Meer gewaltsam abzufangen."