Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un strebt einen neuen Gipfel mit US-Präsident Donald Trump "zu einem frühen Zeitpunkt" an und erwartet einen baldigen Besuch von US-Außenminister Mike Pompeo in Pjöngjang. Das berichtete Südkoreas Präsident Moon Jae In nach der Rückkehr vom Korea-Gipfel. Kim habe ihm eine private Nachricht an Trump mitgegeben, sagte Moon. Diese wolle er dem US-Präsidenten überreichen, wenn er ihn in der kommenden Woche treffe.

Drei Tage lang hatten sich Moon und Kim in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang zu Verhandlungen getroffen und mehrere Vereinbarungen getroffen. So hatte Kim die Schließung der Raketentestanlage Tongchang Ri zugesagt und bei Entgegenkommen der USA auch eine Schließung der wichtigen Atomanlage Yeongbyeon in Aussicht gestellt. Generell, so Südkoreas Präsident, habe sein Amtskollege aus Nordkorea immer wieder seine Bereitschaft zur atomaren Abrüstung bekräftigt.

US-Außenminister Mike Pompeo zeigte sich nach der Ankündigung gesprächsbereit und lud seinen nordkoreanischen Amtskollegen Ri Yong Ho zu einem Gespräch am Rande der UN-Generaldebatte in der kommenden Woche in New York ein. Bereits in der vergangenen Woche hieß es aus dem Weißen Haus, Trump habe einen Brief von Kim erhalten, in dem es um ein erneutes Treffen gehe. Die Koordination dieses Gipfels laufe bereits. Das Schreiben dokumentiere Kims fortbestehenden Willen, sich auf die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu konzentrieren, hieß es.

Allerdings forderte Kim nicht näher genannte "entsprechende Schritte" der USA – allen voran eine formale Erklärung über das Ende des Koreakrieges 1953. Einen Friedensvertrag hat es bislang nicht gegeben, die koreanische Halbinsel befindet sich daher völkerrechtlich noch immer im Kriegszustand. Südkoreas Präsident Moon kündigte an, dieses Thema mit Trump bei ihrem bevorstehenden Treffen anzusprechen.

Seit dem historischen Gipfeltreffen von Trump und Kim im Juni in Singapur gab es keine neuen diplomatischen Initiativen zwischen den USA und Nordkorea. Nordkoreas Diktator hatte dort dem Ziel einer Denuklearisierung  der gesamten koreanischen Halbinsel zugestimmt – über dieses vage Versprechen ging die Vereinbarung aber nicht hinaus. Präzisere Absprachen zu einem genauen Zeitplan und gegenseitigen Konditionen gab es nicht.