Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Staatschef Moon Jae In sind in Pjöngjang zu ihrem dritten Gipfeltreffen in diesem Jahr zusammengekommen. Kim begrüßte Moon am Flughafen der nordkoreanischen Hauptstadt. Südkoreas Präsident will mit Nordkoreas Machthaber unter anderem weiter über atomare Abrüstung sprechen.

Kim und Moon umarmten sich, nachdem Moon die Stufen seines Flugzeugs herabgestiegen war. Hunderte von Nordkoreanern bejubelten die Begegnung mit Plastikblumen, nordkoreanischen Nationalfahnen und Wiedervereinigungsflaggen, eine Militärkapelle spielte Marschmusik. Anschließend sprachen sie einige Minuten miteinander. Beide Staatschefs wurden von ihren Ehefrauen begleitet. Es ist der erste Besuch eines südkoreanischen Präsidenten in der nordkoreanischen Hauptstadt seit elf Jahren. Im April hatte sich Kim mit Moon im Grenzort Panmunjeom getroffen.

Der südkoreanische Staatschef will bei seinem Besuch in Nordkorea den festgefahrenen Dialog zwischen dem Regime in Pjöngjang und der US-Regierung in Washington über die atomare Abrüstung des Nordens wiederbeleben. Der Gipfel wäre "sehr bedeutsam, wenn er eine Wiederaufnahme der nordkoreanisch-amerikanischen Gespräche hervorbringen" würde, hatte Moon vor seiner Abreise mitgeteilt. Moon will zudem die innerkoreanischen Beziehungen verbessern und militärische Spannungen auf der Halbinsel abbauen, um so den Grundstein für ein Friedensabkommen zu legen. 

Zuletzt waren die Zweifel an der Absicht Nordkoreas, für eine Denuklearisierung einzutreten, immer größer geworden. Staatschef Kim hatte sich bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Sommer zur nuklearen Abrüstung bekannt. Sichtbare Fortschritte blieben seither aber aus. Erst am Montag zeigten sich die Vereinten Nationen (UN) skeptisch: Es gebe weiter Anzeichen dafür, dass Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm vorantreibe, sagte die UN-Chefin für politische Angelegenheiten, Rosemary DiCarlo.