Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat zugesagt, seine wichtigste Atomanlage in Yongbyon zu schließen. Als Bedingung nannte er, dass auch die USA zu einem Entgegenkommen bereit seien. Das beschlossen Kim und Südkoreas Präsident Moon Jae In am zweiten Tag ihres dreitägigen Gipfels in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang.

Als konkrete Maßnahme kündigte Moon an, dass Nordkorea die Testanlage für Raketenantriebe in Sohae an der Westküste und die dortige Startrampe unter Aufsicht internationaler Inspekteure abbauen wolle. US-Experten hatten im Juli bereits berichtet, Nordkorea habe mit der Demontage wichtiger Teile der Raketenanlage begonnen. Moon sagte, eine atomwaffenfreie Halbinsel sei nicht mehr "allzu weit entfernt". Zur Atomanlage in Yongbyon gehören ein Atomreaktor und eine Wiederaufbereitungsanlage, die atomwaffenfähiges Plutonium erzeugen kann, sowie eine Anlage zur Anreicherung von Uran.

Kim sagte allerdings nichts über den Abbau seines bestehenden Atom- und Raketenarsenals. Das ist wiederum eine wichtige Forderung der USA.

Gemeinsame Bewerbung um die Olympischen Spiele 2032

Auch die Verteidigungsminister der beiden Staaten schlossen ein Abkommen. So wollen die beiden Länder etwa Pufferzonen entlang ihrer Land- und Seegrenze einrichten und bis Dezember elf Grenzwächter aus der Demilitarisierten Zone abziehen. Über der Grenze solle eine Flugverbotszone eingerichtet werden. Diese solle für Flugzeuge, Helikopter und Drohnen gelten. Ab 1. November wollen beide Seiten nahe der Grenze auch auf den jeweiligen Nachbarn abzielende Militärübungen einstellen.

Beide koreanischen Staaten wollten sich außerdem gemeinsam um die Austragung der Olympischen Spiele 2032 bewerben, sagte Moon.

Es ist der dritte Korea-Gipfel in diesem Jahr und der erste zwischen Moon und Kim in Pjöngjang. Südkoreas Präsident will die stockenden Verhandlungen zwischen Nordkorea und den USA wieder in Gang bringen. Kim hatte wiederholt seine Bereitschaft zur Denuklearisierung bekräftigt, dafür aber auch stets ein Entgegenkommen der USA gefordert. 

US-Präsident Donald Trump hat die jüngsten Vereinbarungen in einer ersten Reaktion auf Twitter als "sehr spannend" bezeichnet.  Südkoreas Präsident wird Trump nächste Woche am Rande der UN-Vollversammlung in New York treffen. Die Außenminister Südkoreas und der USA hatten vor dem koreanischen Gipfel betont, wie wichtig es sei, den Druck durch die internationalen Sanktionen aufrechtzuerhalten, bis eine "endgültige, komplett nachweisbare Denuklearisierung" erreicht sei.