USA und Polen - Donald Trump und Andrzej Duda vereinbaren Zusammenarbeit Polens Staatschef und der US-Präsident wollen sich gegen ein russisches Pipeline-Projekt positionieren. Bei einem Besuch Dudas im Weißen Haus beschlossen die Politiker auch militärische Zusammenarbeit. © Foto: Alex Brandon/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump und Polens Staatschef Andrzej Duda haben beschlossen, die militärische Zusammenarbeit beider Staaten zu verstärken. "Die Allianz unserer beiden Staaten war nie stärker", sagte Trump auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Washington. "Wir werden unsere Kooperation in den Bereichen Militär, Geheimdienste, Raketenabwehr sowie Technologie und Ausbildung intensivieren", fügte Trump hinzu.

Duda drängte den US-Präsidenten, mehr Truppen nach Polen zu entsenden. Die US-Streitkräfte sollten zudem eine ständige Militärbasis in Polen einrichten. Diese könne den Namen "Fort Trump" tragen. Das wäre für Polen eine Sicherheitsgarantie gegen mögliche russische Angriffe. Trump sagte, er glaube, die polnischen Ängste vor einer russischen Aggression bestünden zu recht. Nach seinen Worten würde Polen die US-Militärpräsenz mit einer Milliardensumme unterstützen. Polnischen Medien zufolge ist das Land bereit, für einen ständigen US-Militärstützpunkt bis zu zwei Milliarden Dollar zu zahlen. Derzeit sind 3.000 US-Soldaten im Rahmen eines Nato-Programms vorübergehend in Polen.

Außerdem haben die beiden Staatschefs über die Energiesicherheit in Europa gesprochen. Duda sagte, die geplante Erdgastrasse Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland gefährde die Energiesicherheit Europas. Dagegen seien Lieferungen von Flüssigerdgas aus den USA nach Polen wichtig, um die Energieimporte zu diversifizieren. Trump erneuerte dabei seine Kritik an der deutschen Regierung: "Es ist sehr unglücklich für das deutsche Volk, dass Deutschland Milliarden und Abermilliarden Dollar für seine Energie an Russland zahlt."

Russland hat sich kritisch zu den polnischen Militärambitionen geäußert. Mehr Nato-Truppen dort würde die Stabilität Europas untergraben, hieß es von der Regierung in Moskau. Polen ist zusammen mit den anderen früheren Ostblockstaaten Ungarn und Tschechien 1999 der Nato beigetreten. Ihnen folgten die früher zur Sowjetunion gehörenden baltischen Staaten. Damit rückte die Nato bis an die russische Grenze heran. Russland betrachtet das als Bedrohung.