Die Wahlberechtigten in Rumänien werden voraussichtlich im Oktober darüber abstimmen, ob das Verbot der Ehe gleichgeschlechtlicher Partner in die Verfassung aufgenommen werden soll. Der Senat – das Oberhaus des Parlaments – billigte mit großer Mehrheit ein entsprechendes Bürgerbegehren der Bewegung Koalition für die Familie, das drei Millionen Rumänen unterschrieben hatten.

Zuvor hatte das Abgeordnetenhaus bereits zugestimmt. Damit das Referendum möglich wird, muss es nun noch das Verfassungsgericht billigen. Die Verfassungsrichter haben bisher mehrheitlich die sozialliberale Regierung unterstützt, die das Referendum vorantreiben will.

Die Initiatoren wollen erreichen, dass das Verbot der Ehe für alle Verfassungsrang erhält. Derzeit definiert Rumäniens Grundgesetz die Ehe geschlechtsneutral als Bund zwischen "Ehegatten". Konservative, vor allem religiös geprägte Kreise, wollen, dass dieser Begriff explizit durch "Mann und Frau" ersetzt wird. Das soll möglichen Plänen zur Legalisierung der Ehe für alle die verfassungsmäßige Basis entziehen.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau festgeschrieben, das Schließen von gleichgeschlechtlichen Ehen also nicht möglich. Das rumänische Recht erlaubt auch keine gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Homosexualität war bis 2001 verboten.

Die Koalition für die Familie wird auch von zahlreichen Oppositionspolitikern aus dem bürgerlich-liberalen Lager unterstützt. Deren Parteien beteuern aber, man überlasse das Abstimmungsverhalten dazu dem Gewissen der einzelnen Abgeordneten.