Viktor Solotow, Kommandeur der russischen Nationalgarde, hat den russischen Oppositionellen Alexej Nawalny zum Duell herausgefordert. In einer Videobotschaft drohte Solotow damit, ein "gutes, saftiges Kotelett" aus Nawalny zu machen – ganz gleich, ob im Ring oder auf der Judomatte.

Diese Äußerung werten Beobachter als Novum, weil sich der Kreml normalerweise nicht zu Nawalny äußert. Auch nicht zu den Korruptionsenthüllungen, die der Oppositionelle regelmäßig in populären Internetvideos verbreitet. Präsident Wladimir Putin vermeidet es zudem, den Namen Nawalny überhaupt auszusprechen.

Solotow ist General und Ex-Leibwächter des russischen Präsidenten Putin. Seine Drohungen sind eine Reaktion auf ein zuvor von Nawalny veröffentliches Video. In diesem geht es um die angeblich dubiose Herkunft von Solotows Vermögen. In seinem jüngsten Film geht es um zweifelhafte Machenschaften bei der Versorgung der etwa 340.000 Mann zählenden russischen Nationalgarde. Solotow räumte in seiner Videobotschaft zwar "Mängel in Bezug auf Korruption" ein, wies aber Nawalnys Angaben zurück, er habe als Chef der Nationalgarde persönlich von zwielichtigen Geschäften profitiert.

Auch der Kreml hat sich zu Solotows Aussage geäußert. Solotows Forderung zum Duell sei nicht als Drohung zu verstehen, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Die Botschaft sei zudem nicht mit Putin abgestimmt gewesen. Es gebe aber Fälle von Verleumdung, die man gleich im Keim ersticken müsse.

Alexej Nawalny sitzt noch bis Ende September eine 30-tägige Haftstrafe ab. Er hatte zuvor zu einer Kundgebung aufgerufen, die von den russischen Behörden als illegal eingestuft wurden.