Sadiq Khan - Bürgermeister von London fordert neue Abstimmung über Brexit Londons Bürgermeister spricht sich für ein Mitspracherecht der britischen Bevölkerung bei Brexit-Verhandlungen aus. Dazu zähle auch die Option eines Verbleibs in der EU. © Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa

Die Forderung nach einem weiteren Referendum über den geplanten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union erhält weitere Unterstützung. Der Bürgermeister der Hauptstadt London Sadiq Khan schloss sich in einem Gastbeitrag für den Observer der Bewegung für eine neuerliche Abstimmung an. 

Die Konsequenzen für Arbeitsplätze, die Wirtschaftsentwicklung und den Lebensstandard der Briten seien zu groß, als dass eine Brexit-Entscheidung ohne neuerliche Befragung der Bevölkerung getroffen werden könne, schrieb Khan. Daher müsse es sowohl über ein Brexit-Abkommen mit der EU als auch für den Fall ein Referendum geben, dass kein Abkommen zustande komme und ein ungeregelter Brexit drohe, forderte Khan.

Khan schrieb in dem Gastbeitrag, er hätte nie erwartet, dass er ein zweites Referendum unterstützen würde. Aber die Leistung der Regierung sei so erbärmlich und die Bedrohung so groß, dass er keine Alternative sähe, als den Menschen die Chance zu geben, doch in der EU zu bleiben. Die Menschen hätten den Brexit nicht gewählt, um sich selbst ärmer zu machen oder zu sehen, wie ihre Unternehmen und das Gesundheitssystem leiden würden. Auch hätten sie nicht gewollt, dass sich die Polizei auf Bürgerunruhen vorbereite oder die nationale Sicherheit gefährdet werde, wenn die Zusammenarbeit mit der EU im Kampf gegen den Terrorismus geschwächt werde.

Großbritannien will Ende März 2019 aus der Europäische Union austreten. In dem Land wurden zuletzt Warnungen über die Folgen eines Brexit ohne Abkommen mit der EU laut. Davor fürchtet sich insbesondere die Wirtschaft auf der Insel. Der britische Notenbank-Chef Mark Carney sprach von der Gefahr von Preiseinbrüchen am Immobilienmarkt. Seit der Brexit-Entscheidung haben viele Banken Jobs aus London verlagert. Damit wollen sie erreichen, dass sie weiterhin wichtige Dienstleistungen für EU-Kunden erbringen können und den Zugang zum EU-Finanzmarkt nicht verlieren.