Nach Angaben von Präsident Wladimir Putin haben russische Behörden die von Großbritannien wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal gesuchten Männer identifiziert. "Wir wissen, wer sie sind, wir haben sie gefunden", sagte er bei dem Fernöstlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok. Laut Putin handelt es sich "natürlich um Zivilisten" und nicht um Militärangehörige. Es gebe demnach "nichts außergewöhnliches und kriminelles" an ihnen. Der Präsident forderte die Männer auf, die Medien zu kontaktieren und ihre Geschichte zu erzählen.

Der ehemalige russische Doppelagent Skripal und seine Tochter Julia waren im März in der südenglischen Stadt Salisbury durch das in der ehemaligen Sowjetunion entwickelte Nervengift Nowitschok vergiftet worden. Beide überlebten den Anschlag und halten sich seitdem an einem geheimen Ort auf. Der Fall führte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Europa und den USA einerseits und Russland anderseits. Auf beiden Seiten wurden Diplomaten ausgewiesen. Zudem verhängten mehrere Länder Sanktionen gegen Russland.

In der vergangenen Woche gab die britische Polizei bekannt, sie habe in dem Fall zwei Verdächtige identifiziert. Fahndungsfotos und Namen wurden veröffentlicht. Nach Angaben von Premierministerin Theresa May handelt es sich bei ihnen um Mitglieder des russischen Militärgeheimdienstes GRU, die höchstwahrscheinlich im Auftrag der russischen Regierung handelten. Verbündete teilten diese Bewertung.