Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) muss nach eigenen Angaben ihre diplomatische Vertretung in Washington D.C. schließen – auf Anordnung der USA. Ein Vertreter der US-Regierung habe die PLO über diese Entscheidung informiert, sagte der Generalsekretär der Organisation, Saeb Erekat. Er nannte den Schritt eine "gefährliche Eskalation".

Der Beschluss sei "eine weitere Bestätigung der Politik der Trump-Regierung, das palästinensische Volk kollektiv zu bestrafen", sagte Erekat weiter. Seit die US-Regierung Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt hat, betrachtet die Palästinenserführung die USA nicht mehr als neutralen Vermittler im Konflikt mit Israel.

Die Palästinensische Befreiungsorganisation ist ein Dachverband verschiedener Gruppen, die die Vertretung aller Palästinenserinnen und Palästinenser anstrebt. Sie wurde 1964 gegründet und zehn Jahre später von den Vereinten Nationen anerkannt. Vorsitzender ist der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas.

Ende August hatte die US-Regierung unter Präsident Donald Trump bekannt gegeben, dass die USA ihre Zahlungen an das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) einstellen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die USA knapp 30 Prozent des Gesamtbudgets der UNRWA finanziert – zuletzt mit rund 291 Millionen Euro pro Jahr. Deutschland hatte daraufhin zusätzliche Zahlungen versprochen.