Nach der Einigung auf konkrete Schritte zur militärischen Entspannung haben Süd- und Nordkorea damit begonnen, Landminen in der Pufferzone zwischen beiden Staaten zu entfernen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Seoul haben südkoreanische Truppen die sogenannte Gemeinsame Sicherheitszone im Grenzort Panmunjom betreten, um dort Minen zu entfernen. Ein Ministeriumssprecher sagte, seines Wissens habe Nordkorea auf seiner Seite ebenfalls mit der Räumung begonnen.

Die Räumungsaktion geht auf Vereinbarungen zurück, die beide Seiten während des jüngsten Gipfeltreffens zwischen Südkoreas Präsident Moon Jae In und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im vergangenen Monat in Pjöngjang getroffen hatten. In Panmunjom sowie an einer anderen Frontlinie wollen beide Staaten später gemeinsam nach den Überresten vermisster Soldaten aus dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 suchen.

Derweil verteidigte Südkoreas Präsident Moon die militärischen Vereinbarungen, die er mit dem nordkoreanischen Machthaber getroffen hatte. Die Abkommen würden "alle feindseligen Akte zu Land, zu Wasser und in der Luft" zwischen seinem Land und dem Nachbarn im Norden beenden, sagte Moon anlässlich der Feierlichkeiten zum 70. Tag der Streitkräfte in Gedenken an Männer und Frauen im Dienst in Südkorea. Zugleich mahnte er eine stärkere nationale Verteidigung an. "Frieden kann nur weitergehen, wenn wir Macht haben und das Selbstvertrauen haben, uns zu schützen."

Kritiker befürchten, dass Moons innerkoreanische Abkommen die Kriegsbereitschaft Südkoreas schmälern könnten, da das Atomprogramm Nordkoreas noch weitgehend intakt ist. Um dessen Beendigung bemüht sich derzeit auch wieder verstärkt die US-Regierung, die das kommunistische Regime zudem vom Start neuer Raketen abbringen will. Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump planen nach ihrem historischen Treffen im Sommer eine zweite Zusammenkunft.