Einen Tag früher als erwartet hat das FBI den Ermittlungsbericht zu Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs gegen Brett Kavanaugh abgeschlossen. Eine Sprecherin der Polizeibehörde teilte mit, dass man das Präsidialamt über die Ergebnisse informiert habe. Das Weiße Haus leite den Bericht nun an den Senat weiter. Einem Bericht der New York Times zufolge enthält der Ermittlungsbericht des FBI keine Informationen, die eine Ernennung Kavanaughs verhindern könnten.

Der US-Senat muss die Ernennung Kavanaughs zum Richter am Supreme Court bestätigen. Hunderte Juraprofessorinnen und -professoren in den USA hatten sich in einem offenen Brief gegen Kavanaughs Ernennung ausgesprochen. Der Kandidat habe bei seiner Anhörung vor einer Woche gezeigt, dass er nicht über die für ein Amt am obersten Gericht nötigen Eigenschaften verfüge. Auch die Demokraten in der Opposition lehnen Kavanaugh als Richter am Supreme Court ab. US-Präsident Donald Trump hatte Kavanaugh vorgeschlagen.

Mehrere mögliche Zeugen hatten dem FBI während der Ermittlungsarbeit vorgeworfen, nicht berücksichtigt worden zu seien, obwohl sie angeboten hätten, zu den Vorwürfen gegen den Richter auszusagen. Drei Frauen haben Kavanaugh sexueller Übergriffe bezichtigt. Die Psychologieprofessorin Christine Blasey Ford sagte bei einer Anhörung aus, dass Kavanaugh 1982 versucht habe, sie auf einer Party zu vergewaltigen.

Von den Ergebnissen des Ermittlungsberichts hängt ab, ob Kavanaugh als Richter ans höchste Gericht der USA wechseln wird. Die Juristen am Supreme Court haben für die Rechtsprechung in den Vereinigten Staaten oftmals über Jahre großen Einfluss.