Nach der Festnahme im Fall der Briefbomben an Kritiker von Donald Trump will der US-Präsident nichts an seiner Rhetorik ändern. Er selbst trage keine Mitschuld, sagte Trump vor Journalisten. Auf die Frage, ob er etwas an seiner Rhetorik ändern wolle, sagte er, er habe seinen Ton bereits abgemildert.

Trump verurteilte die Briefbombenserie als Terrorakte. Der Täter müsse mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft werden, sagte der Präsident bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat North Carolina. "Politische Gewalt darf in Amerika niemals geduldet werden, und ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um sie zu stoppen." Trump kritisierte, die Medien würden die Taten politisch instrumentalisieren.

Die Demokraten werfen Trump vor, für die Briefbomben indirekt mitverantwortlich zu sein. "Wir leben in einer Zeit, in der die Atmosphäre unberechenbar und hasserfüllt ist und wir haben einen Präsidenten, dessen Rhetorik alle möglichen Leute erniedrigen und dämonisieren soll", sagte die demokratische Ex-Außenministerin Hillary Clinton bei einer Veranstaltung in New York. "Er peitscht die Zuschauer auf, die zu ihm kommen, und es ist fast wie eine Sucht", sagte Clinton weiter. "Das ist tragisch, aber auch sehr gefährlich."

Die Ermittler hatten am Freitag einen 56-jährigen Verdächtigen festgenommen. Einträge in Twitter- und Facebook-Konten, die mit dem Verdächtigen in Verbindung gebracht werden und inzwischen gesperrt wurden, legen nahe, dass er ein Anhänger Trumps ist und offenbar sogar Wahlkampfveranstaltungen besucht hatte. Laut dem Sender CNN ist er ein eingetragener Republikaner.

Nahaufnahmen des Autos des Verdächtigen zeigten eine Reihe von Bildern, auf denen unter anderem Trump und sein Vize Mike Pence sowie die Aufschrift "CNN sucks" (etwa: CNN ist ätzend) zu sehen war. Gezeigt wurde außerdem ein Konterfei von Hillary Clinton mit einem Fadenkreuz im Gesicht.

Der Verdächtige wurde bereits angeklagt, er muss sich unter anderem wegen des illegalen Versands von Sprengstoff sowie Drohungen gegen frühere Präsidenten verantworten. Er ist vorbestraft. Die Sicherheitsbehörden hatten ihn durch einen Fingerabdruck identifiziert, den sie auf einem der Päckchen gefunden hatten.

Seit Mittwoch waren Briefbomben in den USA aufgetaucht. Insgesamt stellten die Ermittler bislang 13 Päckchen sicher. Sie waren neben anderen an den früheren Präsidenten Barack Obama, die Clintons sowie weitere Demokraten adressiert.