Nach der Festnahme im Fall der Briefbombenserie in den USA ist der Verdächtige angeklagt worden. Die US-Justizbehörden gehen davon aus, dass es sich bei dem festgenommenen Mann um den Täter handelt, er werde offiziell wegen fünf Vergehen beschuldigt, wie Justizminister Jeff Sessions in Washington mitteilte. Dazu zählten die "illegale Versendung von Sprengstoffen" und "Drohungen gegen frühere Präsidenten".  Sollte er für schuldig befunden werden, drohen ihm den Angaben zufolge 58 Jahre im Gefängnis.

Fingerabdrücke auf einem der Päckchen hätten die Ermittler zu dem mutmaßlichen Täter geführt, sagte FBI-Chef Christopher Wray. Es handelt sich um Cesar S., einen 56-Jährigen aus Florida. Er ist polizeilich registriert und hat bereits einige Vorstrafen unter anderem wegen Diebstahls und Drogenbesitzes. 2002 ist er wegen einer Bombendrohung festgenommen worden. 

Es sei noch zu früh, um über Motive zu sprechen, sagte Wray. Die Ermittlungen dauerten an. Ob der Mann mit den Behörden kooperiere wollte Wray nicht kommentieren.

Die Spuren hatten die Ermittler bereits am Donnerstag nach Florida geführt. Bombenentschärfer und eine Hundestaffel hatten ein Postverteilzentrum in Opa-Locka durchsucht, wie die örtliche Polizei auf Twitter mitteilte. Mindestens eines der verdächtigen Pakete habe das Postzentrum passiert, berichtete der "Miami Herald" unter Berufung auf Ermittler.

Cesar S. ist als republikanischer Wähler registriert

Fernsehbilder zeigten, wie FBI-Beamte einen weißen Lieferwagen mit einer Plane abdeckten und dann abtransportierten. Bei dem Fahrzeug soll es sich um das Auto des Verdächtigen handeln. Nahaufnahmen zeigten eine Reihe von Bildern an dem Wagen, auf denen unter anderem US-Präsident Trump und sein Vize Mike Pence zu sehen waren. Cesar S. ist als republikanischer Wähler registriert.  

Insgesamt stellten die Behörden inzwischen 13 Päckchen sicher. Es könnten aber weitere im Umlauf sein. Zumindest in einigen davon befanden sich Plastikrohre mit Schwarzpulver und Zünder. Das FBI geht davon aus, dass die Rohrbomben hätten explodieren können. Verletzt wurde niemand. Stunden zuvor hatte Trump das Wort Bomben noch in Anführung geschrieben, als er sich auf Twitter zu den Vorgängen äußerte.

Als Absender der Päckchen war die frühere Parteichefin der Demokraten, Debbie Wasserman Schultz, angegeben. In einem Pressestatement, das CNN vorliegt, bedankt sich die Abgeordnete bei den Ermittlungsbehörden. Sie sei zuversichtlich, dass dieser Angriff auf die US-amerikanische Demokratie mit aller Härte des Gesetzes verfolgt würde. 

Die Briefbomben waren alle an Gegner von US-Präsident Donald Trump adressiert. Dieser hat die Medien immer wieder für das "hasserfüllte Klima" im Land verantwortlich gemacht. Allerdings werfen zahlreiche Kritiker Trump vor, selbst mit einer aggressiven Rhetorik das politische Klima zu vergiften und die Spaltung in der US-Gesellschaft zu vertiefen.  Die Päckchen waren mit jeweils sechs Briefmarken frankiert, die eine wehende US-Flagge zeigen.