Nach dem Versand mehrerer mutmaßlicher Paketbomben an demokratische US-Politikerinnen und Politiker sowie den Fernsehsender CNN haben Unbekannte auch dem Schauspieler Robert De Niro und dem Ex-Vizepräsident Joe Biden ein verdächtiges Paket geschickt. Es handle sich um dieselbe Art von Paket wie jene an Ex-Präsident Barack Obama und die ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, berichteten mehrere Zeitungen. In den Postsendungen befand sich nach Medieninformationen ein mit Schwarzpulver und Splittern gefülltes PVC-Rohr mitsamt Zünder. Keine der Bomben explodierte, niemand wurde verletzt.

Ein Mitarbeiter von De Niros Produktionsfirma entdeckte das Päckchen und alarmierte die Polizei, wie ein Sprecher der Sicherheitsbehörden in New York sagte. Ein Kommando zur Bombenentschärfung habe das Päckchen gesichert und für weitere Untersuchungen mitgenommen.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls sei niemand zu Hause gewesen, berichtete der Sender NBC unter Berufung auf die Polizei. Laut NBC befindet sich in demselben Gebäude in New York, in dem De Niro wohnt, auch ein Restaurant im Besitz des Schauspielers. De Niro gilt als Kritiker Trumps und hatte sich im Präsidentschaftswahlkampf für Hillary Clinton eingesetzt.

Trump gibt Medien Mitschuld

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass neben Obama und Clinton auch der ehemalige Justizminister Eric Holder, die kalifornische Abgeordnete Maxine Waters und Ex-CIA-Direktor John Brennan einen Sprengsatz erhalten hatten.

Nach dem Fund der Briefbomben an mehrere prominente Kritikerinnen und Kritiker machte US-Präsident Donald Trump die Medien für das vergiftete politische Klima im Land verantwortlich. "Ein sehr großer Teil der Wut, die wir heute in unserer Gesellschaft beobachten, wird verursacht durch absichtlich falsche und ungenaue Berichterstattung der Mainstream-Medien, die ich als Fake-News bezeichne", twitterte Trump. "Es ist so schlimm und hasserfüllt geworden, dass es dafür keine Beschreibung gibt." Die Vereinten Nationen prüfen wegen der Fälle in New York alle eingehende Post.

Der US-Präsident hatte am Mittwoch zunächst zur Geschlossenheit aufgerufen, dann aber bereits bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Wisconsin die Medien kritisiert. Auf die möglichen Urheber der Briefbombenserie ging er nicht ein.

Joe Biden gilt als möglicher Trump-Herausforderer 2020

Derweil untersucht die New Yorker Polizei auch verdächtige Postsendungen an Ex-Vizepräsident Joe Biden. Die Sendung ähnle den Bombenpaketen, die an andere Personen, die sich als Kritiker von Trump profiliert haben, geschickt worden seien, sagte eine Quelle in den Strafverfolgungsbehörden der Nachrichtenagentur AP.

Die Bundespolizei FBI bestätigte, es gebe einen Einsatz in einer Posteinrichtung in New Castle in Bidens Heimatstaat Delaware. Biden gilt als möglicher Herausforderer Trumps bei den Wahlen 2020.