Andrew Brunson - Donald Trump empfängt freigelassenen Pastor im Weißen Haus Der Präsident der USA hat gemeinsam mit Andrew Brunson dessen Freilassung aus türkischer Haft gefeiert. Bei dem Treffen der beiden betete der Pastor für Donald Trump. © Foto: Mike Theiler/Reuters

Die USA haben laut Präsident Donald Trump keine Gegenleistung für die Freilassung des Pastors Andrew Brunson in der Türkei erbracht. "Ich mache keine Deals für Geiseln", schrieb Trump auf Twitter. "Es wurde kein Deal mit der Türkei für die Freilassung und Rückkehr von Pastor Andrew Brunson gemacht." Die USA wüssten den Schritt aber sehr zu schätzen. Die Freilassung werde "zu guten, vielleicht großartigen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei" führen.

Trump empfing Brunson im Weißen Haus und lobte dessen Freilassung aus türkischer Haft als "gewaltigen Schritt" zur Verbesserung der "sehr gespannten" Beziehungen zur Türkei. Brunson dankte dem Präsidenten für dessen Bemühungen um seine Freilassung. Der evangelikale Pastor sprach ein Gebet für Trump, wobei er sich neben den US-Präsidenten kniete und ihm eine Hand auf die Schulter legte.

Brunson, der wegen Terrorvorwürfen zwei Jahre in der Türkei festgehalten wurde, stand im Zentrum einer diplomatischen Krise zwischen den Regierungen in Washington und Ankara. Trump hatte im Zuge der Krise Sanktionen gegen zwei türkische Minister verhängt und Zölle gegen die Türkei erhöht. Der US-Präsident hatte damit den Verfall der türkischen Währung Lira beschleunigt.

Trump brachte den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan mit einem seiner Tweets zum Fall Brunson in Erklärungsnot: Er dankte Erdoğan ausdrücklich "für seine Hilfe". Erdoğan sah sich gezwungen, in einem Tweet zu behaupten, dass die türkische Justiz unabhängig sei. Ein Gericht in Izmir hatte den Hausarrest und die Ausreisesperre Brunsons am Freitag aufgehoben.

Erleichterungen für die Türkei?

Der US-Sender NBC hatte von einer "geheimen Vereinbarung" berichtet, die den Weg für Brunsons Rückkehr geebnet habe. Die USA hätten im Gegenzug zugesagt, wirtschaftlichen Druck von der Türkei zu nehmen. Das US-Außenministerium hat eine solche Vereinbarung nicht bestätigt. Erdoğan schrieb: "Ich hoffe, dass die USA und die Türkei ihre Zusammenarbeit fortsetzen, so wie es sich für zwei Verbündete gehört."

Der Präsident der konservativ-christlichen Organisation Family Research Council, Tony Perkins, lobte Trump indirekt für die Freilassung. "Unter dieser Regierung bedeutet es etwas, Amerikaner zu sein!". Perkins hatte das Verfahren in Izmir beobachtet und war mit Brunson und dessen Frau zurückgereist.

Vorwurf der Unterstützung der PKK

Brunson saß seit Oktober 2016 unter dem Vorwurf der Spionage und der Unterstützung einer Terrororganisation in türkischer U-Haft und später in Hausarrest. Die türkischen Behörden warfen ihm Unterstützung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der Gülen-Bewegung vor.

Der Pastor hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und seine Unschuld beteuert. Trump und US-Vizepräsident Mike Pence setzten sich für den evangelikalen Pastor ein, der vor seiner Festnahme eine kleine Gemeinde in der westtürkischen Küstenstadt Izmir leitete.