Saudi-Arabien will die im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi festgenommenen Verdächtigen nicht an die Türkei ausliefern. "Sie sind in Saudi-Arabien inhaftiert, die Ermittlung findet in Saudi-Arabien statt und sie werden in Saudi-Arabien strafrechtlich verfolgt", erklärte Außenminister Adel al-Dschubeir bei einer internationalen Sicherheitskonferenz in Bahrain.

Die Türkei hatte am Freitag die Auslieferung der 18 Verdächtigen gefordert, die im Zusammenhang mit Khashoggis Tötung im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul festgenommen worden waren. Über die Inhaftierungen hatte die staatliche saudische Nachrichtenagentur Spa berichtet.

Khashoggi war am 2. Oktober während eines Besuchs im Konsulat verschwunden. Erst nach großem internationalen Druck bestätigten die saudischen Behörden die Tötung des regierungskritischen Journalisten und erklärten sie dann damit, dass Khashoggi im Konsulat bei einem "Faustkampf" zu Tode gekommen sei. Zuvor hatte die Regierung die Tötung wochenlang geleugnet. Türkische Ermittler gehen jedoch davon aus, dass Khashoggi von einem 15-köpfigen Spezialkommando, das eigens für die Tat aus Saudi-Arabien angereist war, gefoltert und ermordet wurde.

"Ziemlich hysterisch"

Zugleich kritisierte Außenminister Al-Dschubeir den internationalen Aufschrei wegen der Tötung Khashoggis. "Die Angelegenheit ist ziemlich hysterisch geworden", sagte er. Die Menschen würden Saudi-Arabien für die Tötung verantwortlich machen, noch bevor die Ermittlungen abgeschlossen seien. Der Minister versprach, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. "Wir wissen, dass ein Fehler gemacht wurde", sagte Al-Dschubair. "Wir wissen, dass Leute ihre Befugnis überschritten haben und wir wissen, dass wir sie untersuchen."

US-Verteidigungsminister James Mattis sieht in der Tötung des Journalisten eine Gefahr für die Stabilität im Nahen Osten. Auf der Konferenz in Bahrain sagte Mattis: "Mit unserem gemeinsamen Interesse an Frieden und unerschütterlichem Respekt für Menschenrechte im Sinn muss die Ermordung von Jamal Khashoggi in einer diplomatischen Einrichtung uns allen große Sorgen bereiten."

Mattis beschuldigte Saudi-Arabien nicht direkt, sagte aber: "Das Versagen irgendeiner Nation, sich an internationale Normen und Rechtsstaatlichkeit zu halten, unterminiert die regionale Stabilität zu einer Zeit, wenn sie am meisten benötigt wird."