Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger hat als möglicher Koalitionspartner der CSU in einer neuen Bayerischen Staatsregierung drei Ministerien gefordert. "Drei Stück an Ministerien werden wohl realistisch sein", sagte Aiwanger dem Radiosender Bayern 2 nach den Landtagswahlen. Die Freien Wähler wurden laut vorläufigem amtlichen Endergebnis mit 11,6 Prozent drittstärkste Kraft nach CSU und Grünen und sind favorisierter Koalitionspartner von CSU-Ministerpräsident Markus Söder.

Im Deutschlandfunk hob Aiwanger hervor, in Bayern mitregieren zu wollen. Ihm sei es wichtig, nun "möglichst schnell eine stabile Regierung hinzubekommen". Dabei wollten die Freien Wähler auch nicht "die Latte hochlegen und uns wie eine Prinzessin gerieren", sagte der Parteichef.

Allerdings stellte Aiwanger auch Forderungen an den möglichen Koalitionspartner. So verlangte er den Verzicht auf geplante große Stromtrassen von Norddeutschland nach Bayern und weitere Korrekturen an der Energiepolitik. Auch sei es den Freien Wählern wichtig, "den ländlichen Raum zu stärken" sowie "Krankenhäuser und Geburtskliniken zu sichern". Auch auf bundespolitischer Ebene wollten die Freien Wähler Einfluss nehmen, kündigte Aiwanger an. So sei es sein Ziel, "die Doppelverbeitragung von Betriebsrenten" zu beenden.

Bei einer Pressekonferenz am Mittag sagte Aiwanger: "Kein Thema kann klein genug sein." Ob es um die Hebammen ginge, den Zeitarbeitsvertrag des Lehrers oder die Finanzen der Kommune, seine Partei nehme sich der Themen an. Aiwanger forderte auch kostenfreie Kitas.

"Bin überzeugt, die CSU wird anbeißen"

In der Migrationspolitik ging Aiwanger erneut auf Distanz zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Wir sind Kritiker von Merkels Asylpolitik und wollen, dass die Dinge hier geordnet werden." Allerdings forderte er auch einen pragmatischeren Kurs etwa bei gut integrierten Flüchtlingen und wandte sich dagegen, dass "die hier jahrelang ein Arbeitsverbot bekommen". Stattdessen solle man sich "den einzelnen Menschen ansehen".

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Neben einem Bündnis mit den Freien Wählern hat die CSU nach den Wahlen in Bayern auch die Möglichkeit, mit den Grünen eine Koalition zu bilden. Eine Kooperation mit der SPD hätte ebenfalls eine Mehrheit.

Bereits am Wahlabend hatte sich Aiwanger zuversichtlich gezeigt, dass sich die Freien Wähler mit der CSU einigen werden. Seine Partei werde machbare Vorschläge vorlegen, sagte Aiwanger. "Und ich bin überzeugt, die CSU wird anbeißen." Allerdings, so sagte er später, werde er nicht unter allen Bedingungen einer Regierung angehören wollen: "Die CSU kann nicht mit uns Schlitten fahren."