Nach dem Tod mehrerer Demonstranten bei Protesten im Gazastreifen sind mehr als ein Dutzend Raketen aus dem Palästinensergebiet auf Israel abgefeuert worden. Mindestens 14 Geschosse auf israelisches Gebiet seien abgeschossen worden, teilte die Armee mit. Zehn von ihnen seien in der Luft abgefangen worden. 

Israelischen Medien zufolge erlitten sieben Zivilisten einen Schock. Als Reaktion auf den Raketenbeschuss griffen israelische Hubschrauber und Kampfjets nach Armeeangaben Stellungen der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen an. Berichte über Verletzte oder Tote lagen zunächst nicht vor.  

Palästinensische Extremisten kündigten daraufhin einen Stopp ihrer Raketenangriffe an. Die Feuerpause solle ab sofort gelten und sei auf Vermittlung Ägyptens zustande gekommen, sagte ein Sprecher des Islamischen Dschihad. Die Gruppe werde sich daran halten, wenn Israel das gleiche tue. 

16.000 "Demonstranten und Randalierer" an der Grenze zu Israel

Bei neuen Protesten im Gazastreifen waren zuvor fünf Palästinenser getötet worden. Israelische Soldaten erschossen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza vier Demonstranten im Alter zwischen 22 und 27 Jahren bei verschiedenen Vorfällen an der Grenze zu Israel. Ein fünfter Mann kam demnach ums Leben, als eine Handgranate in seiner Hand explodierte.

Nach Angaben der israelischen Armee hatten sich etwa 16.000 "Demonstranten und Randalierer" an der Grenze versammelt. Diese hätten Reifen angezündet und Sprengsätze in Richtung der Soldaten geworfen.

Die Eskalation gefährdet die Vermittlungsbemühungen der Vereinten Nationen und der ägyptischen Regierung. Seit Ende März gibt es an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel regelmäßig Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der israelischen Armee, insbesondere freitags. Mindestens 212 Palästinenser und ein israelischer Soldat wurden seitdem getötet.

Die Demonstranten fordern die Aufhebung der von Israel vor mehr als zehn Jahren verhängten Blockade des Gazastreifens. Außerdem beanspruchen sie das Recht auf Rückkehr von Palästinensern auf ihr Land, das sie bei der Gründung des Staates Israel 1948 aufgrund von Vertreibung oder Flucht verlassen mussten.